Autokrise BMW-Absatz geht leicht zurück

BMW trotzt der Absatzkrise: Der Umsatz des Münchner Autokonzerns ist 2008 nur moderat zurückgegangen. Die Bayern melden ein Minus von fünf Prozent. Die Rückgänge beim Autoverkauf wurden durch ein kräftiges Plus in der Sparte Finanzdienstleistungen aufgefangen.


München - BMW ist 2008 mit einem blauen Auge durch die Krise der Automobilhersteller gekommen. Zwar konnte der Münchner Konzern angesichts der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen 2008 nicht an das Rekordergebnis des Vorjahres anknüpfen, doch der Umsatz ging nur leicht zurück. Er sei vergangenes Jahr um fünf Prozent auf 53,2 Milliarden Euro gefallen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. BMW betonte, trotz Rezession ein "deutlich positives Konzernergebnis" erzielt zu haben.

BMW-Produktion in München: Sieben Prozent weniger Mitarbeiter
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BMW-Produktion in München: Sieben Prozent weniger Mitarbeiter

Gleichwohl hatte der Autohersteller Mitte Januar zwei Monate Kurzarbeit an vier deutschen Standorten angekündigt. Dadurch werden im Februar und März rund 38.000 Fahrzeuge weniger gebaut als ursprünglich geplant.

In der Autosparte betrug das Minus wegen des Absatzrückgangs gut neun Prozent: BMW Chart zeigen verkaufte weltweit 1,435 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce (Vorjahr: 1,5 Millionen). Besser lief es dagegen im Motorradsegment, hier stieg der Umsatz um 0,2 Prozent - weltweit wurden 101.685 Zweiräder ausgeliefert.

Besonders stark nahm der Umsatz in der Sparte Finanzdienstleistungen zu: Hier lag das Plus bei 12,8 Prozent. Der Konzern machte in diesem Bereich einen Umsatz von 15,725 Milliarden Euro, im Vorjahr lag er hier noch bei 13,94 Milliarden Euro, teilte BMW mit. Das Unternehmen begründete das Wachstum in dieser Sparte mit dem gestiegenen Anteil bei der Kreditfinanzierung von Autos.

Die Zahl der Mitarbeiter sank von 107.539 im Jahr 2007 auf 100.041 Ende 2008. Das entspricht einem Rückgang von sieben Prozent. Der Stellenabbau sei auf "angekündigte Personalmaßnahmen", Verkauf einzelner Unternehmensteile, natürliche Fluktuation und das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge zurückzuführen, hieß es.

BMW machte für den Umsatzrückgang die Kaufzurückhaltung bei Neuwagen verantwortlich. Aber auch bei den Gebrauchtwagenmärkten und damit bei den Restwerten von Leasingrückläufern war keine Stabilisierung sichtbar. Dennoch rechnet BMW für das Geschäftsjahr 2008 mit einem insgesamt "deutlich positiven Konzernergebnis". Das Unternehmen wird seinen Geschäftsbericht am 18. März vorstellen.

kaz/Reuters



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