Autokrise GM erwägt Trennung von Saab zum Nulltarif

General Motors sucht nach Abnehmern für seine schwedische Tochter Saab. Einem Pressebericht zufolge will der angeschlagene US-Autobauer den insolventen Ableger notfalls verschenken. Mehrere Interessenten haben sich bereits in Position gebracht.


London/Stockholm - Im Kampf ums Überleben sucht General Motors (GM) Chart zeigen nach einer Lösung für die schwedische Marke Saab: Der angeschlagene US-Autobauer ist laut einem Pressebericht sogar bereit, die mittlerweile insolvente Tochter zum Nulltarif abzugeben. Das berichtete die "Financial Times" (FT) unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person.

Saab-Produktion: 20 Interessenten für die schwedische GM-Tochter

Saab-Produktion: 20 Interessenten für die schwedische GM-Tochter

An einem Einstieg bei Saab sind früheren Angaben von Insolvenzverwalter Luy Lofalk zufolge bis zu 20 Investoren interessiert. Lofalk will den Verkaufsprozess bis Mitte des Jahres abschließen.

Von den Interessenten seien zehn ausgewählt worden, die einen detaillierten Einblick in die Geschäfte der GM-Tochter erhalten sollen, sagte Saab-Chef Jan-Åke Jonsson der "FT". Bei den ausgewählten Interessenten handele es sich um Beteiligungsgesellschaften, Finanzinvestoren und internationale Autobauer.

Nach inoffiziellen Angaben verfügt Saab nur noch bis Ende des Monats über Mittel zur Finanzierung der Produktion. Zur Entwicklung neuer Modelle und für die weitere Produktion im Stammwerk Trollhättan benötigt der Hersteller laut Insolvenzverwalter Lofalk eine Milliarde Dollar. Davon sollen 600 Millionen Dollar als Kredit von der Europäischen Investitionsbank (EIB) kommen und 400 Millionen Dollar von GM gestellt werden.

Außer Saab stehen bei GM weitere Marken zur Disposition. In den USA will sich der Konzern von Hummer und Saturn trennen. Die Wirtschaftsagentur Bloomberg berichtete am Donnerstag, dass auch Pontiac und die Kleintransportermarke GMC auf der Verkaufsliste stehen. Lediglich Chevrolet, Cadillac und Buick würden damit noch zum Unternehmen gehören.

GM-Markenübersicht
DPA
General Motors ist in Deutschland vor allem durch Opel bekannt. Doch zu dem Konzern gehören weitere bekannte Namen. SPIEGEL ONLINE stellt die wichtigsten Marken vor.
GM-Verkaufschef Mark LaNeve bekräftigte in einem Interview allerdings, die im Februar angekündigte Markenstrategie sei auch die weiter geltende. Die Berichte seien "ohne Substanz und unwahr", sagte der Manager dem US-Fachmagazin "Automotive News" am Donnerstagabend.

Die US-Regierung hat der Opel-Mutter GM für einen endgültigen Sanierungsplan ein Ultimatum bis Ende Mai gestellt. Bislang erhielt der Autobauer 13,4 Milliarden Dollar an Staatshilfen. GM-Chef Fritz Henderson will an diesem Freitag bei einer kurzfristig angesetzten Telefonkonferenz über den aktuellen Stand der Sanierungspläne informieren.

Opel wird eigenständiger

Auch die GM-Tochter Opel ist der angestrebten Eigenständigkeit ein Stück nähergekommen: GM hat dem deutschen Hersteller die Rückgabe von Patenten und die Begleichung ausstehender Forderungen zugesagt. Unternehmenskreise bestätigten am Donnerstag entsprechende Medienberichte.

Dabei gehe es um Milliardenbeträge, die noch vor dem erwarteten Insolvenzantrag von GM in den USA auf Opel übertragen werden müssten. "Wenn dies erst nach der GM-Insolvenz geschieht, würden sich die Forderungen in Luft auflösen. Wir müssten sie abschreiben - mit schwerwiegenden Folgen", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Ziel sei, das Opel-Eigenkapital aufzubessern und sich gegen eine Pleite der US-Mutter abzusichern.



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Benjamin1965 30.03.2009
1. Grosse Frage
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Sollen sie ueberleben? Ist das im Interesse des deutschen Volkes? Ist das Interesse der Amerikaner? Eines ist absolut sicher: Obama (und jeder andere US President) werden US Interessen vor jegliche andere Interessen der Welt stellen. Leider kann man das von einer deutschen Regierung nicht behaupten.
Laotse, 30.03.2009
2. Verpuppung
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Da müssen aus den fetten Raupen leichte Schmetterlinge werden und das wird nur im Kokon von US-Insolvenzverfahren möglich sein. Abwehr- oder Verzögerungsstrategien werden - so verständlich sie politisch und menschlich auch sind - nur zusätzliche verpulverte Kosten bedeuten. Dazu gehören auch die jetzt beschlossenen weiteren Nachfristen der US-Regierung.
Beutz 30.03.2009
3. Versager
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Es passiert -im Gegensatz zu D- endlich das, was passieren muss. Liebe Grüße.
Tom_63, 30.03.2009
4. Neue Produkte
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Hätten die Taugenichtse von Manager schon früher nach alternativen Antrieben gesucht wäre es nicht soweit gekommen. Bush war da sicher auch ein Bremser und als Präsident ein Versager. Bei den Deutschen Autobauern gilt das Gleiche. Wenn sie weiter so schlafen dann ist es auch um sie geschehen. Auf keinen Fall dürften die Autobauer durch staatliche Hilfe gestützt werden. Dies gilt auch für die Banken.
kleinrentner 30.03.2009
5. nur wer für den Markt sprich Nachfrage produziert
Zitat von LaotseDa müssen aus den fetten Raupen leichte Schmetterlinge werden und das wird nur im Kokon von US-Insolvenzverfahren möglich sein. Abwehr- oder Verzögerungsstrategien werden - so verständlich sie politisch und menschlich auch sind - nur zusätzliche verpulverte Kosten bedeuten. Dazu gehören auch die jetzt beschlossenen weiteren Nachfristen der US-Regierung.
hat es verdient gerettet zu werden. So gesehen ist eine Anpassung über ein geordnetes Insolvenzverfahren zu befürworten. Entspricht ja auch den Marktregeln!!! Für De sei noch zu sagen, dass ich es unerträglich finde, wie die asozialen Opelbetriebsräte, denen das Schicksal und vor allem die Arbeitsbedingungen ihrer Leih-und Zeitarbeiter jahrelang nicht im Geringsten interessierte, jetzt die deutsche Politik mitleidsheischend versuchen in eine Staatsbeteiligung zu quatschen. Schlage vor, die Herren Betriebsräte fahren nach Detroit und jammern da, bei ihrem Herrn und Brötchengeber. Opel ist schliesslich seit 80 Jahren kein deutsches Unternehmen mehr, und als Steuerzahler ein Totalverweigerer.
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