Autokrise Katars Einstieg bei Porsche steht offenbar kurz vor dem Abschluss

Verwirrung um Porsche: Der Einstieg des Emirats Katar ist nach Angaben des verschuldeten Autobauers fast perfekt. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet dagegen, dass Katar weit mehr an VW-Aktien interessiert sei. Daimler erteilte einem möglichen Einstieg inzwischen eine Absage.


Stuttgart - Aufatmen in Zuffenhausen: Die Gespräche über den Einstieg von Katar bei Porsche Chart zeigen sind offenbar kurz vor dem Abschluss - zumindest nach Angaben des Sportwagenbauers. "Die Buchprüfung wurde positiv abgeschlossen", sagte ein Sprecher am Freitag. "Wir sind auf der Zielgeraden der Verhandlungen."

Porsche-Auslieferung: "Buchprüfung positiv abgeschlossen"
ddp

Porsche-Auslieferung: "Buchprüfung positiv abgeschlossen"

Porsche reagierte damit auf Marktgerüchte, nach denen der Einstieg des Investors gescheitert sei.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet dagegen, dass sich Katar nur über einen Einstieg bei Volkswagen Chart zeigen an dem gemeinsamen Autokonzern aus VW und Porsche beteiligen will.

Dem Bericht zufolge besteht überhaupt kein Interesse an Porsche-Aktien. Katar wolle vielmehr Porsche die Optionen auf weitere VW-Aktien abkaufen und so 10 bis 20 Prozent an dem Wolfsburger Konzern erwerben. Die Zustimmung von Ferdinand Piech, Porsche-Miteigentümer und VW-Aufsichtsratschef, sei allerdings nur dann möglich, wenn Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zurücktritt oder zumindest seinen Plan einer Komplettübernahme von VW aufgibt.

Das Land Niedersachsen würde einen direkten Einstieg des Emirats Katar bei Volkswagen begrüßen. Mit dem Thema vertraute Personen sagten der dpa, Gespräche zwischen Niedersachsen und Katar hätten "ganz große Übereinstimmungen" deutlich gemacht. Mehr Kapital und Liquidität würden außerdem helfen, den Wachstumskurs von VW zu beschleunigen.

Zuvor hatte bereits die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die Landesregierung in Hannover berichtet, Katar werde als Investor bei VW "uneingeschränkt begrüßt". Das Land ist mit 20 Prozent hinter Porsche der zweitgrößte VW-Aktionär und besitzt durch das VW-Gesetz ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen.

Porsche hatte sich mit der Übernahme von Volkswagen finanziell übernommen und einen Schuldenberg von über neun Milliarden Euro aufgehäuft. Nachdem die staatseigene Förderbank KfW einen Kreditwunsch Porsches vorerst abgelehnthat, steht der VW-Großaktionär nun unter besonderem Druck.

Daimler erteilt Einstieg bei Porsche eine Absage

Der Einstieg des Emirats Katar bietet für Porsche zunächst die letzte Gelegenheit, aus dem Dilemma herauszukommen. Denn Daimler Chart zeigen-Chef Dieter Zetsche hat klargestellt, dass der Stuttgarter Autobauer nicht bei Porsche einsteigen will. "Wenn wir das wollten, würden wir das kundtun", sagte Zetsche der "Welt am Sonntag".

In der vergangenen Woche hatte manager-magazin.de aus Finanzkreisen erfahren, dass Daimler Porsche-Anteile übernehmen könnte.

Porsche sei "doch ganz offensichtlich technisch und inhaltlich sehr eng in die Aktivitäten des VW-Konzerns integriert", sagte Zetsche der Zeitung weiter. "Es scheint mir nicht sinnvoll, daran zu denken, diese Integration durch eine andere zu ersetzen."

yes/hut/dpa/dpa-afx



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.