Autokrise Opel-Betriebsrat fürchtet Kurzarbeit

An diesem Mittwoch will Opel in Bochum die Produktion wieder aufnehmen - doch schon gibt es neue Spekulationen über Sparpläne. Der Betriebsrat behauptet, dass ab Februar 3000 Beschäftigte auf Kurzarbeit umstellen müssen. Die Konzernspitze weist das zurück.


Bochum - Betriebsratschef Rainer Einenkel sagte der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" ("WAZ"), angesichts der Krise auf dem Automarkt plane Opel in seinem Bochumer Werk ab Februar Kurzarbeit - für die Hälfte der 6000 Beschäftigten, an 70 bis 100 Tagen bis Jahresende. Ein Opel-Sprecher wies diese Angaben allerdings zurück. Es gebe weder eine derartige Konzern- noch eine Betriebsvereinbarung.

Eineinkel sagte, auch den anderen europäischen Werken des kriselnden Mutterkonzerns General Motors (GM) stehe Kurzarbeit in diesem Ausmaß ins Haus. Ausgenommen sei das Opel-Stammwerk Rüsselsheim, wo der neue Mittelklassewagen Insignia gebaut wird, der sich hervorragend verkaufe. Laut Einenkel verhandelt der Betriebsrat über eine Zulage zum Kurzarbeitergeld, damit die Opelaner noch 95 Prozent ihres Nettoeinkommens erhielten.

Bei Kurzarbeit bekommen die Beschäftigten für die ausgefallene Arbeitszeit nur 60 bis 67 Prozent ihres regulären Gehalts. Für die tatsächlich geleistete Arbeitszeit bleiben die Löhne unverändert.

Mehrere Wochen standen bei einigen Opel-Werken die Bänder wegen der Wirtschaftskrise still. Nach der ungewollten Betriebsruhe will Opel in Bochum am Mittwoch ab 6 Uhr die Produktion wieder aufnehmen.

Die deutschen Autobauer hatten ihre Produktion im Dezember laut Verband der Automobilindustrie (VDA) angesichts der Absatzkrise drastisch zurückgefahren. Im letzten Monat des Jahres 2008 sanken Exporte sowie Herstellung um 22 Prozent.

Erst an diesem Montag hatte Opel Bauer angekündigt, mit Preisnachlässen von acht bis zehn Prozent und besseren Ausstattungen dem Absatzrückgang entgegenwirken zu wollen. Der Konzern hat Werke in Rüsselsheim, Eisenach und Bochum sowie in Kaiserslautern für den Bau von Motoren und Komponenten.

cwi/ddp/AP/dpa/Reuters



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