Autokrise Opel-Manager Forster attackiert Spitze von VW

Konkurrenzschelte von GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster: Im SPIEGEL-Interview greift er das Management des Wettbewerbers Volkswagen an - das hatte sich gegen Staatshilfe für Opel ausgesprochen. GM Europa könnte aus Sicht Forsters auch bei einer Pleite des US-Mutterkonzerns weitermachen.


Hamburg - Carl-Peter Forster, Europa-Chef von General Motors, ist sicher, dass eine mögliche Insolvenz der Muttergesellschaft General Motors nach US-Recht Opel nicht gefährden würde. "Unsere Produktion und den Verkauf von Autos in Europa würde es nicht betreffen", sagte Forster in einem Interview mit dem SPIEGEL. Bei einem Verfahren nach Chapter 11 in den USA müssten die Gläubiger stärker verzichten, als sie bislang angeboten haben. Auch die Gewerkschaften in den USA müssten dem Unternehmen stärker entgegenkommen.

Manager Forster: "Wir reden mit Interessenten aus der Private-Equity-Branche und mit Staatsfonds"
AP

Manager Forster: "Wir reden mit Interessenten aus der Private-Equity-Branche und mit Staatsfonds"

Dies hätte aber "keine negativen Auswirkungen auf unser Europa-Geschäft".

Eine Gefahr aber sieht Forster: Ein Insolvenzverfahren in den USA könnte Autokäufer in Europa "verunsichern". In den USA würde der Staat notfalls für die Garantieversprechen des Herstellers einstehen. "Das wäre auch in Europa eine elegante Lösung", sagte Forster. Damit könnte man "potentiellen Kunden für kurze Zeit mögliche Unsicherheiten nehmen".

Forster wehrt sich in dem SPIEGEL-Interview gegen Kritik von VW-Chef Martin Winterkorn - er hatte sich gegen Staatshilfen für Opel ausgesprochen. "VW hat sich gerade für seine Autobank Milliardengarantien vom Staat abgeholt", sagt Forster.

Die Wolfsburger lebten zudem "schon lange nicht schlecht mit dem Staatsanteil von 20 Prozent, den das Land Niedersachsen an VW hält". Man könnte klar auflisten, welche Vorteile Volkswagen sich schon abgeholt habe. "Alles, was wir wollen, sind gleiche Wettbewerbsbedingungen", so Forster.

Er bestätigte zudem, dass es Interessenten für eine Beteiligung an einem neuen Unternehmen gebe, in dem die europäischen Aktivitäten von General Motors gebündelt werden. "Wir reden darüber mit Interessenten aus der Private-Equity-Branche und mit Staatsfonds beispielsweise", sagte Forster dem SPIEGEL.

Nach einem Bericht des "Focus" wird die Opel-Rettung unwahrscheinlicher, weil GM neben den Opel-Patenten, die als Sicherheiten für Milliardenhilfen an die US-Regierung abgetreten wurden, auch sämtliche Vermögenswerte wie Werksgelände und Fabriken der europäischen Tochter an diverse US-Banken verpfändet haben soll. Das sagte ein nicht namentlich genanntes Mitglied der Bundesregierung dem Magazin: "Opel ist nur eine Hülle." Der Autobauer besitze keinerlei Vermögenswerte. "Und GM hat darauf auch keinen Zugriff mehr."



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