Azubi-Abbau bei Mercedes Schrempp stänkert gegen Zetsche-Pläne

Einen Monat vor dem Ende seiner Regentschaft ist Jürgen Schrempp bei DaimlerChrysler nur noch eine "lame duck": Wichtige Entscheidungen, zumal bei Mercedes, werden ohne ihn gefällt. Und schon schimpft Schrempp über vermeintliche Fehlers seines Nachfolgers.


Stuttgart - Schrempp, der bis Jahresende amtiert, hat sich verärgert über die Pläne des Konzerns gezeigt, die Ausbildungsplätze in den deutschen Mercedes-Pkw-Werken um ein Fünftel zu kürzen. Aus der engsten Umgebung Schrempps hieß es laut Nachrichtenagentur dpa, der Noch-Vorstandschef sei nicht mit der Entscheidung einverstanden.

Zetsche und Schrempp: Missklänge in Möhringen
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Zetsche und Schrempp: Missklänge in Möhringen

Schrempp forderte demnach, die Entscheidung sollte nochmals überdacht werden. Man müsse der Jugend eine Zukunftsperspektive geben und auch für eine Aufbruchstimmung sorgen, habe er gesagt. In dieses Bild passe die Streichung von Ausbildungsplätzen nicht.

Mit den an die Medien gestreuten Äußerungen stellt Schrempp die Autorität seines designierten Nachfolgers, Dieter Zetsche, in Frage. Zetsche wird zum Jahresbeginn Konzernchef und leitet schon jetzt die Mercedes Car Group. Am Donnerstag hatten bundesweit über 2000 Lehrlinge von DaimlerChrysler gegen die beabsichtigte Stellenstreichung bei Mercedes demonstriert. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Erich Klemm hatte vor 500 Lehrlingen in Sindelfingen gefordert: "Der Vorstand soll seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden".

DaimlerChrysler beschäftigt derzeit konzernweit in Deutschland 8500 Auszubildende. 2005 waren im Konzern 2600 Azubis neu eingestellt worden, davon 1100 in der Mercedes Car Group.



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