Babcock Borsig Kehraus im Aufsichtsrat

Der insolvente Maschinenbauer steckt tief in den roten Zahlen. Sechs Aufsichtsräte legen ihr Mandat nieder – darunter Ex-WestLB-Chef Friedel Neuber.


Oberhausen – Die Insolvenz hat ein gigantisches Loch in die Kassen des Maschinenbaukonzerns Babcock Borsig gerissen. Wie das Unternehmen mitteilte, beläuft sich der Fehlbetrag im Geschäftsjahr 2001/2002 auf mehr als drei Milliarden Euro.

Babcock-Borsig-Mitarbeiter: Noch kein Konzernabschluss
DDP

Babcock-Borsig-Mitarbeiter: Noch kein Konzernabschluss

Die festgestellte Bilanz stelle jedoch keinen Konzernabschluss dar, sagte ein Konzernsprecher. Tatsächlich resultiert der Verlust aus Abschreibungen auf Beteiligungen und Forderungen, die im Zuge der Zahlungsunfähigkeit des Konzerns wirksam wurden.

Gleichzeitig legten nach einer Aufsichtsratssitzung am Donnerstag sechs Kontrolleure ihr Amt nieder. Neben dem Tui-Vorstand Rainer Feuerhake will auch Friedel Neuber, Ex-Chef der WestLB, das Gremium verlassen. Gegen beide wird unter anderem wegen Insolvenzverschleppung ermittelt.

Zuletzt machten Neuber und Feuerhake Schlagzeilen, als sie Besuch von der Staatsanwaltschaft bekamen. Die Beamten durchsuchten unter anderem Neubers Privaträume.

Im Aufsichtsrat sind nach den Rücktritten von insgesamt neun Mitgliedern seit Jahresbeginn nur noch die Gewerkschaftsvertreter sowie der ehemalige Direktor der Holding, Günther Holtmeyer, vertreten. Bis zur Vorlage der endgültigen Bilanzzahlen Mitte April soll die Neubesetzung geklärt werden.



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