Bäckerkette Italiener wollen Kamps wieder abstoßen

Die Bäckerkette Kamps bekommt einen neuen Eigentümer: Sechs Jahre gehörte das Unternehmen dem italienischen Barilla-Konzern, jetzt soll es verkauft werden. Mitarbeiter und Kunden rätseln: Steigt erneut Firmengründer Heiner Kamps ein?


Rom/Düsseldorf - Die Bäckerkette Kamps steht vor einem Umbruch: Der italienische Barilla-Konzern will das Unternehmen nach nur sechs Jahren wieder verkaufen. Dies kündigte der Lebensmittelkonzern in Parma an. Mit der Verkaufsoperation sei die Bank Lincoln International mit Sitz in Frankfurt beauftragt worden.

Kamps-Filiale (in Bochum): Die Kette würde gut zur neuen KRFI-Gruppe passen
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Kamps-Filiale (in Bochum): Die Kette würde gut zur neuen KRFI-Gruppe passen

Bei dem Verkauf geht es um insgesamt 920 Filialen sowie fünf Fabriken der Kamps Bakeries GmbH. Nicht betroffen ist hingegen das Industriegeschäft von Kamps Brot- und Backwaren mit Marken wie "Golden Toast" und "Lieken Urkorn".

Die Verwaltung der Kamps-Verkaufsstellen gehöre nicht zum strategischen Geschäft von Barilla, teilte der Konzern mit. Durch die Veräußerung werde es der deutschen Kette ermöglicht, ihre positive Entwicklung unter Leitung eines neuen Besitzers fortzusetzen. Ob Firmengründer Heiner Kamps möglicherweise an einem Rückkauf der Backfilialen interessiert ist, war nicht klar. Ein Pressesprecher wollte sich nicht dazu äußern.

Heiner Kamps selbst zeigte Interesse. "Kamps ist aus Sicht eines Food-Tech-Unternehmens grundsätzlich interessant", sagte er der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Gespräche habe es allerdings noch nicht gegeben.

Kamps ist Europas größte Bäckerei-Gruppe. Heiner Kamps hatte das Unternehmen in den neunziger Jahren auf Expansion getrimmt und durch Zukäufe kräftig ausgebaut. 1998 kam die Kamps AG an die Börse. Vier Jahre später kaufte Barilla die Gruppe für 1,8 Milliarden Euro.

Heiner Kamps hatte seinerzeit die neue Gesellschaft Kamps Retail Food Investment (KRFI) gegründet, zu der unter anderem die Schnellrestaurant-Kette Nordsee gehört. Der Unternehmer will die Gruppe zu einem Lebensmittelkonzern rund um Feinkost- und Cateringfirmen sowie Bäckereien ausbauen. Mitte 2007 hatte er den Feinkosthersteller Homann erworben. Bis 2010 soll KFRI rund 1,5 Milliarden Euro erwirtschaften - auch durch den Erwerb weiterer Firmen. Nach Angaben von Branchenkennern würden die Kamps-Bäckereien gut zu dieser Gruppe passen.

wal/dpa



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