Bahn-Tarifverhandlungen Lokführer-Gewerkschaft zeigt sich optimistisch

Im festgefahrenen Tarifstreit bei der Deutschen Bahn ringen der Konzern und die Lokführergewerkschaft GDL um eine Lösung. Bis Samstag soll weiterverhandelt werden. Die Partner sprechen von "konstruktiver Atmosphäre" und "Optimismus".


Frankfurt/Main - Im Tarifkonflikt setzen die Vertreter der GDL und des Bahn-Konzerns ihre Gespräche fort. Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Claus Weselsky, sagte, man richte sich darauf ein, bis zum Samstag weiterzuverhandeln. "Eine Entscheidung werde diese Woche fallen", bekräftigte der GDL-Vorsitzende Manfred Schell. "Bis zur Stunde sind wir optimistisch." Die GDL forderte zuletzt mindestens zehn Prozent mehr Geld und einen eigenständigen Tarifvertrag.

Zum Stand der Gespräche wollten sich beide jedoch nicht äußern. Aus Bahnkreisen war zu erfahren, dass die bislang in "konstruktiver Atmosphäre" verlaufenen Verhandlungen am Vormittag fortgesetzt werden. Nach früheren GDL-Angaben stehen in der vorerst letzten Woche des Ringens um einen eigenständigen Tarifvertrag Fragen von Arbeitszeit und Entgelt im Mittelpunkt. Falls die GDL ihre Streikdrohung für den 7. Januar aufrechterhält, bleiben den Delegationen der Bahn und der Arbeitnehmerorganisation noch fünf Tage, um eine Lösung zu finden. Die GDL will den Ausstand nur stoppen, wenn sich bis dahin deutliche Chancen für einen Kompromiss ergeben. "Wir haben am 5. Januar eine Entscheidung zu treffen", sagte Weselsky.

Trotz des großen Aufsehens, das die Lokführerstreiks im vergangenen Jahr erregt haben, machen sie nur acht Prozent der rund 580.000 Arbeitstage aus, die wegen Streiks ausgefallen sind. Das erklärte der Tarifexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Hagen Lesch, der "Frankfurter Rundschau". Der Ausstand bei der Telekom habe dagegen mit rund 70 Prozent am stärksten zu Buche geschlagen. Bei der Bahn sei in den nächsten Tagen allenfalls damit zu rechnen, dass die Lokführer noch mal drei oder vier Tage streiken. Denn die GDL müsse die Verhältnismäßigkeit wahren, andernfalls könnten Gerichte erneut Streikverbote aussprechen.

cjp/AP/Reuters



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