Bahn-Zahlen Neue Preisrunde möglich

Die Bahn ist 2004 nach zehn Jahren Sanierung erstmals aus eigener Kraft in die schwarzen Zahlen gefahren. Wegen steigender Energiekosten sind erneute Preiserhöhungen für die Kunden dennoch möglich.


Berlin - "Trotz hartnäckiger Probleme im Fern- und Güterverkehr verbesserte sich das Betriebsergebnis nach Zinsen um etwa 400 Millionen Euro", sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn. Nach dem Verlust von 172 Millionen Euro in 2003 ergäben sich damit rund 230 Millionen Euro Gewinn. Eine vorläufige Bilanz soll im März vorgelegt werden.

In den ICE und Intercity sei 2004 nach zwei Jahren der Negativtrend bei Auslastung und Fahrgastzahlen gestoppt worden, sagte Finanzvorstand Diethelm Sack. Aus der Verlustzone werde die Fernverkehrs-Sparte aber wohl erst 2006 herausfahren können. Um Fahrgäste zu gewinnen, seien nach ersten Sonderangeboten mit Billigtickets zu Jahresbeginn weitere Aktionen vorgesehen. Im Vergleich zu Billigfliegern würden die Preise der Bahn immer noch zu Unrecht als teurer wahrgenommen.

Auch die Güterbahn Railion werde in diesem Jahr vorerst weiter rote Zahlen schreiben, sagte Sack. Trotz einer fünf Prozent höheren Verkehrsleistung sei 2004 ein starker Preisverfall von sieben Prozent zu Buche geschlagen. Die Sparte müsse sich auch einem wandelnden Markt anpassen, der Fracht weniger in einzelnen Waggons, sondern in ganzen Güterzügen verlange. Mehdorn kritisierte, dass die Bahn im Vergleich zu Lastwagen und dem Luftverkehr weiterhin mit höheren Steuern benachteiligt sei.

Hohe Energiekosten belasten

Nach den Ankündigungen von Energieversorgern seien nochmals höhere Kosten für Strom zu erwarten, sagte Mehdorn weiter. Diese ließen sich "nicht in Luft auflösen". Nähere Angaben zu weitere Preisrunden machte er aber nicht. Bereits im vergangenen Jahr hatte der bundeseigene Konzern die Tarife wegen höherer Energiekosten zwei Mal angehoben - zuletzt wurden am 12. Dezember Fahrten im Fernverkehr im Schnitt um 3,1 Prozent teurer, im Nahverkehr außerhalb von Verkehrsverbünden um 3,6 Prozent.

In den nächsten Jahren werde die Bahn ihre Ergebnisse weiter steigern, sagte Mehdorn. Hierzu soll auch ein konzernweites Programm beitragen, das Abläufe verbessert. Am Ziel, die Kapitalmarktfähigkeit 2006/2007 zu erreichen, halte die Bahn fest. Die Pläne für einen schnellen Börsengang noch vor der Bundestagswahl 2006 waren im vergangenen Herbst gestoppt worden.



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