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Bahrain: Das Königreich und der Riesen-Ölfund

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Riesiges Ölfeld Bahrains sagenhafter Schatz

80 Milliarden Barrel Erdöl will Bahrain im Meeresboden gefunden haben. Offenbar rechtzeitig, denn das kriselnde Königreich braucht dringend Geld. Aber wie viel von dem Schatz lässt sich überhaupt heben?

So fette Schlagzeilen wie in diesen Tagen hat das kleine Bahrain seit der blutigen Niederschlagung der Proteste im Arabischen Frühling nicht mehr gemacht. "Bahrain stößt auf schwarzes Gold", titelt die ehrwürdige Londoner "Times". "Bahrain findet das größte Ölfeld seiner Geschichte", meldet das russische Nachrichtenportal "Sputnik". Und die "Gulf News" aus Dubai prophezeien dem Königreich eine "strahlende Zukunft."

Die könnte der verarmte Inselstaat am Persischen Golf gut gebrauchen. Schließlich ist die ökonomische Gegenwart trist in Bahrain. Zumindest war sie es bis zur vergangenen Woche. Da verkündete die Regierung den Fund eines gigantischen Schatzes: Mindestens 80 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Erdöl, so behauptete sie, habe man im Khalij al-Bahrain Basin vor der Westküste entdeckt. Und verblüffte damit viele Experten. Denn kaum ein Gewässer wurde über Jahrzehnte hinweg geologisch so gründlich abgesucht wie der Golf.

80 Milliarden Barrel! Das wären fast doppelt so viel wie die gesamten Ölreserven der USA (48 Milliarden Barrel). Das kleine Land mit nur 1,5 Millionen Einwohnern würde damit schlagartig zu einem Schwergewicht an internationalen Rohölbörsen. Hier ist Bahrain bislang ein Zwerg, die eigene Produktion beträgt gerade mal 50.000 Barrel pro Tag.

Das Öl könnte alles ändern

Die märchenhaft schöne Nachricht vom Superfund kommt zum perfekten Zeitpunkt. "Bahrain braucht gerade dringend Geld", sagt Eckart Woertz, Nahost-Experte des Barcelona Centre for International Affairs und früher Chefökonom des Gulf Research Center Dubai. Die Staatsverschuldung habe sich binnen zehn Jahren verfünffacht. Bahrains Währungsreserven schmelzen dahin. Und die großen Ratingagenturen haben die Kreditwürdigkeit der Scheichs wieder und wieder herabgestuft. Unisono bewerten sie Bahrains Staatsanleihen als spekulativen "Ramsch".

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Bahrain: Das Königreich und der Riesen-Ölfund

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Entsprechend schwer und teuer wird es für das Land, die Finanzmärkte anzupumpen. Nur wenige Tage vor dem Ölfund musste Bahrain die lang geplante Ausgabe zweier großer Staatsanleihen stoppen. Die möglichen Gläubiger hatten laut der Nachrichtenagentur Reuters zu hohe Zinsen verlangt, als Kompensation für ihr Risiko. Damit konnte sich Bahrain nur über Koran-konforme Finanzvehikel Geld beschaffen.

80 Milliarden Barrel Erdöl vor der Westküste könnten alles ändern. Vorausgesetzt: Bahrain schafft es, den gigantischen Unterwasserschatz zutage zu fördern - und zwar zu vertretbaren Kosten.

"Wie viel von diesem Öl kann überhaupt technisch und kommerziell gefördert werden?", fragt Ökonom Woertz. Bahrains Regierung hält sich bedeckt. Man untersuche noch, wie viel von dem Rohstoff erschließbar sei, sagte der Ölminister, als Journalisten auf der Pressekonferenz zur Verkündung des großen Funds nachhakten. Aber durchgesickert ist bereits: Es wird technisch alles andere als einfach.

Wirklich neu ist die Entdeckung nicht

Das Öl ist in Schieferformationen unter dem Meeresboden eingeschlossen. Selbst mit der recht neuen und noch immer recht kostspieligen Fracking-Technologie kann mutmaßlich nur ein Bruchteil des Vorrats herausgeholt werden. "Wahrscheinlich sind fünf bis zehn Prozent erschließbar, analog zu vergleichbaren US-Vorkommen", sagt Robin Mills, Chef des Dubaier Analysehauses Qamar Energy und einer der besten Kenner der Ölindustrie am Golf.

Lokale Medien zitierten den Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses des Parlaments von Bahrain mit dem Satz, man erwarte eine Förderung von 200.000 Barrel pro Tag aus dem gigantischen Feld. Zum Vergleich: Staaten wie Saudi-Arabien, Russland oder die USA produzieren rund 50-mal so viel.

Im Video: Erdöl-Fracking in den USA

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Wirklich neu entdeckt haben die Scheichs das Vorkommen übrigens nicht. "Bahrain untersucht dieses Schieferöl seit mindestens 2014, also ist das Timing kein Zufall", sagt Mills. "Natürlich ist das Land darauf erpicht, die guten Nachrichten schönzureden."

Vielleicht bewegen die fetten Schlagzeilen den einen oder anderen Finanzinvestor. Doch Bahrains Schuldpapiere sind und bleiben Risikopapiere. Fünf Jahre dürfte es dauern, bis die Produktion aus dem neuen Feld startet - wenn sie denn startet. Und der Profit aus dem Verkauf von 200.000 Barrel pro Tag würde Mills zufolge nicht einmal reichen, um das Loch im Staatshaushalt von Bahrain zu stopfen.