Bank-Tarifrunde DAG und HBV über Abschluss uneins

Zwölf Stunden hatten sie in der Nacht zu Dienstag verhandelt, dann konnten die Tarifpartner im Bankgewerbe zumindest eine Teileinigung im seit Monaten schwelenden Streit auf der Habenseite verbuchen. DAG und Arbeitgeber einigten sich auf ein Abkommen, aber die HBV scherte aus.


Frankfurt am Main - Die DGB-Gewerkschaft lehnt den Tarifkompromiss ab, der neben Regelungen für die lange umstrittene Samstagsarbeit auch eine Erhöhung der Gehälter für die 470.000 Beschäftigten in zwei Schritten von jeweils 1,5 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 400 Mark vorsieht.

Auf gleicher Wellenlänge: DAG-Verhandlungsführer Gerhard Renner und der Arbeitgeber-Vertreter Thessen von Heydebreck von der Deutschen Bank
DPA

Auf gleicher Wellenlänge: DAG-Verhandlungsführer Gerhard Renner und der Arbeitgeber-Vertreter Thessen von Heydebreck von der Deutschen Bank

Nach der Vereinbarung soll während einer auf zwei Jahre befristeten Testphase auch an Samstagen in Banken gearbeitet werden dürfen. Allerdings wird die Zahl der am Wochenende Beschäftigten auf sechs Prozent der Arbeitnehmer beschränkt. Zudem sollen nur Frauen und Männer arbeiten, die sich dafür freiwillig gemeldet haben.

Während diese Regelungen unter den Gewerkschaften unstrittig waren, wollte die HBV nicht akzeptieren, dass Freizeitzuschläge für Samstagsarbeit nur für Beschäftigte in bestehenden Arbeitsverträgen, nicht dagegen für neue Arbeitsverhältnisse gelten sollen. Dem Tarifvertrag zufolge soll für acht Samstagseinsätze ein Tag, für 16 Einsätze zwei und für 24 drei Tage Freizeitzuschlag fällig werden.

Eine HBV-Sprecherin wertete den Ausgang der Verhandlungen als schwierige Situation - vor allem mit Blick auf die beschlossene Gründung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, an der sich sowohl HBV als auch DAG beteiligen.

DAG-Verhandlungsführer Gerhard Renner sprach dagegen von einem tragbaren Kompromiss. Die DAG will nun Urabstimmungen in den Banken ansetzen, in denen die Beschäftigten dem Tarifabschluss zustimmen sollen. Die HBV plant ihrerseits Umfragen unter den Mitgliedern, um auszuloten, ob die Arbeitnehmer den Tarifabschluss akzeptieren oder ablehnen.



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