Banken Euro muss gestützt werden

Der Euro steht weiter unter Druck. Am Nachmittag lag der Referenzkurz bei 0,9717 Dollar. Die deutschen Banken appellieren an die Europäische Zentralbank (EZB), den Euro mit Käufen zu stützen.


Empfiehlt Zinszurückhaltung und Stützungskäufe: Ulrich Ramm
DPA

Empfiehlt Zinszurückhaltung und Stützungskäufe: Ulrich Ramm

Frankfurt am Main - Dies könnte "ein öffentlicher Beweis" für das Vertrauen in die Einheitswährung sein, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik des Bundesverbands deutscher Banken, Ulrich Ramm. "Vielleicht sollte man gemeinsam in die Tasche greifen", sagte der Commerzbank-Manager und nannte eine Größenordnung von zehn Milliarden Dollar.

Grundsätzlich rechnet der achtköpfige Fachausschuss damit, dass der Euro sich aus eigener Kraft erholt. Für das Jahresende sagt das Gremium einen Kurs der Gemeinschaftswährung von 1,13 Dollar voraus. Hintergrund des erwarten Euro-Aufschwungs ist nach Ramms Worten, dass Europa gegenüber den USA beim Wirtschaftswachstum aufholen wird.

Gleichzeitig riet Ramm der EZB von einer Erhöhung der Leitzinsen ab. Er rechne zwar für Mittwoch mit einer Zinsanhebung in den USA durch die amerikanische Notenbank Fed, aber für Europa dürften nur binnenwirtschaftliche Gründe eine Rolle spielen.

Banker und Händler in Frankfurt erwarten jedoch, dass die EZB am Donnerstag der amerikanischen Notenbank nachzieht. "Auch in Europa riecht es nach einer Anhebung der Leitzinsen", hieß es am Main. Der Abteilungsleiter für Umfragen im Ifo-Institut, Gernot Nerb, sieht für Donnerstag eine Chance von 50 zu 50 für eine moderate Leitzinserhöhung durch die EZB. Die Zentralbank habe ganz klar damit begonnen, die Märkte auf einen Zinsschritt vorzubereiten, sagte er. Die Kommentare von EZB-Chef Wim Duisenberg wiesen darauf hin.

"Das sieht nach Defensive aus", mahnte der Chefvolkswirt der Dresdner Bank, Klaus Friedrich. Die EZB dürfe auf keinen Fall den Eindruck erwecken, sie verfolge nun eine Politik zur Stützung des Euro.



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