Banken-Kritiker Wolfgang Gerke "Dies ist ein verheerendes Signal"

Ron Sommers Pakt mit sechs großen Investmentbanken empört nicht nur die Börsianer. Wolfgang Gerke, Professor für Bank- und Börsenwesen an der Universität Erlangen-Nürnberg, wertet den Vorstoß des Telekom-Chefs als Versuch der "Bestechung".


Kritisiert Ron Sommer: Wolfgang Gerke
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Kritisiert Ron Sommer: Wolfgang Gerke

Hamburg - Im Interview mit "manager-magazin.de" übte Gerke harsche Kritik am Verhalten des Vorstandsvorsitzenden: "Herr Sommer eröffnet ein Spielfeld mit den Banken, an dem er wegen des Voicestream-Deals selber schuld ist. Sommer lenkt damit von seinen eigenen Problemen ab. Die Banken sind auch dazu da, Aktien zu verkaufen."

Zum Verhalten der Deutschen Bank, die unmittelbar nach einer Kaufempfehlung mit dem Verkauf von 44 Millionen Telekom-Aktien begann, sagte Gerke: "Das ist natürlich nicht zu akzeptieren. Da hat die Compliance-Abteilung geschlafen. Aber was Ron Sommer jetzt macht, ist ein reines Ablenkungsmanöver."

Kritisch beurteilt Gerke das Verhalten der Telekom hinsichtlich der Corporate-Governance-Prinzipien: "Im Sinne der Unternehmenskontrolle, des Kapitalmarktes und der Transparenz ist dies verheerend. Das ist eine Politik von gestern." Den von Sommers Vorstoß betroffenen Banken empfiehlt er, sie "sollten gemeinsam den Erpressungsversuch abwehren und nicht alleine taktieren".



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