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29. Oktober 2008, 16:21 Uhr

Banken-Pleite

Sozialversicherer legten 800 Millionen Euro bei Lehman an

Auch die deutschen Sozialversicherungen haben ihre Gelder der zusammengebrochenen US-Bank Lehman Brothers anvertraut. 800 Millionen Euro legten sie bei der deutschen Tochter der Pleitebank an - angeblich sind die Gelder sicher.

Bonn - Sorgen müssen sich weder Rentner noch Kranke machen - denn die Gelder sind für alle Betroffenen über eine Einlagensicherung von rund 285 Millionen Euro pro Anleger gedeckt. Das teilte der Präsident des Bundesversicherungsamtes (BVA), Josef Hecken, am Mittwoch in Bonn mit. Keiner müsse Angst haben, "dass seine Beitragsgelder verzockt werden". Zuvor waren vereinzelte Anlagen in Millionenhöhe bei der Pleite gegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers bekannt geworden.

Neben den Krankenversicherungen Barmer Ersatzkasse und der Knappschaft (Bochum) hätten auch vier Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK) und weitere Versicherer Geld bei Lehman in Frankfurt angelegt. Insgesamt gelte für alle Sozialversicherer, dass ihre Geldanlagen sicher seien und sie keine Beitragsgelder "verzockt" hätten.

Für die Geldanlagen der Sozialversicherungsträger gelten nach Angaben des BVA enge rechtliche Rahmenbedingungen. Dabei seien "spekulative Investments" untersagt und bei Prüfungen auch nicht festgestellt worden. Die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung, der Pflege-, Renten- und Unfallversicherung verfügten laut BVA Ende 2007 über ein liquides Geldanlagevolumen von insgesamt rund 42,7 Milliarden Euro. Dies entspricht demnach 9,7 Prozent der jährlichen Gesamtausgaben der Sozialversicherungen. Die Anlagemittel hätten die Träger nicht, um damit zu spekulieren, erklärte Hecken. Sie bräuchten diese Anlagen zwingend, um das laufende Geschäft abwickeln zu können.

sam/AFP/dpa

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