Zur Ausgabe
Artikel 43 / 92
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Banken wollen Reederei verstaatlichen

*
aus DER SPIEGEL 6/1986

Nur zu gern würden die Deutsche und die Dresdner Bank ihren rund 75-Prozent-Anteil an der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd verkaufen. Das Unternehmen, das die Eigentümer in den letzten Jahren etwa 400 Millionen Mark gekostet hat, verdient gegenwärtig zwar ganz ordentlich; doch mittelfristig sind die Aussichten im Seetransport keineswegs günstig. In den letzten Wochen boten daher Christoph von der Decken, Vorstandsmitglied der Dresdner und Aufsichtsratschef von Hapag-Lloyd, und Eckart van Hooven, Deutsche Bank, ihre Anteile feil. Die Herren haben eine konkrete Vorstellung von den neuen Anteilseignern: Hapag-Lloyd soll quasi verstaatlicht werden. Die neuen Eigentümer von Hapag-Lloyd, so meinten die Banker, könnten die norddeutschen Küstenländer, die norddeutschen Landesbanken und die beiden Bonner Staatsunternehmen Bundesbahn und Lufthansa sein. Schließlich, so rechtfertigte von der Decken den merkwürdigen Vorschlag gegenüber einem Gesprächspartner, sei Hapag-Lloyd ein »national carrier« - ein »nationales Transportunternehmen«.

Zur Ausgabe
Artikel 43 / 92
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.