Bankenkrise IKB-Verkauf ist beschlossene Sache

Der Bund wird sich definitiv von seinem Anteil an der krisengeschüttelten Mittelstandsbank IKB trennen. Laut "Handelsblatt" war dies eine Bedingung der anderen Banken, die sich an der milliardenschweren Rettungsaktion für das Institut beteiligt haben.


Düsseldorf - Der Verkauf des Bundesanteils an der IKB geht indirekt aus einem Protokoll vom 29. Juli 2007 vor, das dem "Handelsblatt" vorliegt. Das Protokoll war seinerzeit für den Verwaltungsrat der bundeseigenen KfW-Bank erstellt worden. Die Zeitung beruft sich außerdem auf Bankenkreise.

IKB-Logo: Größte Bankenkrise seit 1931
AFP

IKB-Logo: Größte Bankenkrise seit 1931

Die KfW hält 38 Prozent der Anteile an der IKB. Diese Beteiligung soll nun offenbar abgestoßen werden. Spekulationen gab es darüber immer wieder, definitive Beschlüsse waren bisher aber nicht bekannt geworden.

Die IKB war das erste deutsche Finanzinstitut, das wegen der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Die gesamte Kreditwirtschaft beteiligte sich an einer Rettungsaktion für die Düsseldorfer IKB: Die Verbände der privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken und die KfW verständigten sich darauf, maximal einen Verlust von 3,5 Milliarden Euro zu tragen.

Wie die Zeitung aus dem Verwaltungsrats-Protokoll der KfW berichtet, hatte KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier die Unterstützung der Förderbank davon abhängig gemacht, dass sich die übrige Kreditwirtschaft an der Risikoabschirmung beteiligt.

Nach Angaben des Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, gab es nur zwei Möglichkeiten, auf die Krise der IKB zu reagieren: die Illiquidität des Instituts festzustellen mit der Folge eines Moratoriums oder das Einstehen des größten Einzelaktionärs, der KfW.

Sowohl Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) als auch Sanio äußerten laut Protokoll die Befürchtung, dass sich eine durch ein Moratorium ausgelöste Bonitätskrise der IKB schnell zu einer allgemeinen Finanzkrise ausweiten könnte. "Herr Sanio sprach in diesem Zusammenhang von der möglicherweise größten Krise des deutschen Kreditgewerbes seit 1931", heißt es der Zeitung zufolge in dem Protokoll.

wal/ddp



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