Bankenkrise Royal Bank of Scotland kündigt neue Stellenstreichungen an

Die angeschlagene Royal Bank of Scotland will mehr Stellen streichen als bisher vorgesehen. Außerdem plant das Geldhaus, das Bezahlsystem für seine Manager zu überprüfen. Im Gegenzug solle aber bitte das Anprangern aufhören.


London - Die unter hohen Verlusten leidende Royal Bank of Scotland (RBS) Chart zeigen plant den Abbau weiterer Arbeitsplätze. In diesem Jahr sei bereits die Streichung von 2700 Arbeitsplätzen bekanntgegeben worden, sagte RBS-Verwaltungsratschef Philip Hampton am Freitag. "Wir können nur ehrlich sein und sagen, dass dies nicht das Ende der Maßnahme sein wird und wir in der kommenden Zeit mit weiteren Schritten in Großbritannien und weltweit rechnen", erklärte Hampton in einer Ansprache vor Aktionären.

Bereits im Februar hatten britische Zeitungen berichtet, die RBS plane den Abbau von bis zu 20.000 Stellen. Dies sei Teil eines Sparprogramms von mehreren hundert Millionen Pfund bei der teilverstaatlichten Bank.

Protest bei der RBS: Chef des Verwaltungsrats fordert Ende des Anprangerns
AFP

Protest bei der RBS: Chef des Verwaltungsrats fordert Ende des Anprangerns

Die RBS hatte 2008 einen Rekordverlust von 27 Milliarden Euro erlitten und musste wie Rivale Lloyds vom Staat gerettet werden. Die Bank wolle wieder Dividenden bezahlen, sobald dies praktikabel sei, erklärte Hampton weiter.

Außerdem versprach er, das Bezahlungssystem für Manager zu überprüfen. In Großbritannien hatte es einen Aufschrei der Empörung gegeben, als die RBS trotz ihrer prekären Lage die Auszahlung von Milliarden-Boni plante. Aus Wut über horrende Pensionszahlungen warfen Anleger die Scheiben des Hauses des ehemaligen RBS-Chefs Fred Goodwin ein.

Die Bank werde rechtlich überprüfen, ob sie Goodwins jährliche Pension von rund 770.000 Euro senken könne, sagte Hampton. Im Gegenzug forderte der RBS-Verwaltungsratschef ein Ende des Anprangerns. Für den Rekordverlust sei die Übernahme von ABN Amro verantwortlich, betonte er. Ohne ABN Amro hätte RBS 2008 operativ vor Steuern und Abschreibungen einen Gewinn erwirtschaftet.

kaz/Reuters/dpa-AFX



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