BASF Gewinnsprung und Kursrutsch

Der Chemieriese BASF konnte seinen Umsatz und sein Ergebnis im ersten Halbjahr 2000 deutlich steigern. Die Börse reagierte aber mit deutlichen Kursverlusten.


BASF-Werk in Ludwigshafen
AP

BASF-Werk in Ludwigshafen

London - Alle Konzernbereiche hätten sowohl im ersten Quartal als auch im Halbjahr ein positives Ergebnis erzielt, sagte der Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns, Jürgen Strube, am Dienstag in London auf der Halbjahrskonferenz.

Den Angaben von BASF zufolge stieg der Umsatz im ersten Halbjahr um ein Viertel auf 17,44 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis habe sich sich vor Sondereinflüssen um 28,5 Prozent auf 1,805 Milliarden Euro erhöht. Mehr als verdoppelt habe sich der Gewinn von 912 Millionen Euro nach Steuern und Anteilen Dritter .

"Dieses starke, profitable Wachstum ist das Resultat unserer Strategie des kontinuierlichen Wandels. Unterstützt werden wir durch eine gute Konjunktur", sagte Strube. So habe die hohe Nachfrage nach Chemieprodukten weltweit die Verkaufsmengen seit Beginn des Jahres im Konzern um neun Prozent anwachsen lassen. Deutlich gestiegene Rohstoffkosten seien durch höhere Preise weitergegeben worden. Hier bestehe aber nach Auffassung von BASF noch einiger Nachholbedarf.

Für das zweite Halbjahr erwartet BASF eine positive Geschäftsentwicklung. Der Chemiekonzern rechnet damit, das vergleichbare Betriebsergebnis des Vorjahres um mehr als zehn Prozent zu steigern. Es würden allerdings Einmalkosten und Belastungen von zusammen 520 Millionen Euro anfallen, die mit der Integration der American Cyanamid in Zusammenhang stünden.

Bei den einzelnen Geschäftsbereichen habe BASF in den vergangenen sechs Monaten vor allem bei Kunststoffen und Fasern, aber auch bei den Chemikalien deutliche Umsatzzuwächse verzeichnet, teilte der Konzern mit. Der gestiegene Rohölpreis und der höhere Dollarkurs hätten zudem im zweiten Quartal eine Verdoppelung der Umsätze aus dem Öl- und Gasgeschäft bewirkt. Dadurch sei der Wegfall des 1999 abgegebenen Raffineriegeschäfts mehr als ausgeglichen worden.

In Nordamerika sei das Betriebsergebnis im zweiten Quartal um drei Viertel geklettert. Das höhere Ergebnis in Deutschland sei vor allem auf die Aufwendungen für die kartellrechtlichen Verfahren im Vitamingeschäft im Vorjahr zurückzuführen. Asien, Korea und China hätten im zweiten Quartal ihren Beitrag zum Konzernergebnis um 141 Prozent gesteigert.

Im deutschen Aktienhandel gehörten BASF mit einem Minus von knapp sechs Prozent zu den Verlierern im Dax. Händler begründeten den Kursrückgang damit, dass das Ergebnis am unteren Rand der Erwartungen gelegen habe. Insgesamt bewerte die Börse die Aussichten für die Chemiebranche nun schlechter.



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