Bauwirtschaft Tarifverhandlungen endgültig gescheitert

Der Vermittler Heiner Geißler hat resigniert. Die Tarifverhandlungen im Baugewerbe sind gescheitert. Arbeitgeber und IG BAU haben sich auch in der letzten Verhandlungsrunde nicht auf einen Tarifkompromiss für die 950.000 Beschäftigten einigen können.


Gescheiterter Vermittler: Heiner Geißler
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Gescheiterter Vermittler: Heiner Geißler

Berlin - Der Schlichter im Bau-Tarifkonflikt, Heiner Geißler, hat am Samstag offiziell das Scheitern der Tarifverhandlungen bestätigt. "Ich sehe mich nicht in der Lage, einen Schiedsspruch zu fällen, weil keine Einstimmigkeit geherrscht hat", sagte Geißler nach Ablauf der letzten Schlichtungsfrist am Mittag. Er sprach von einem ernsthaften Versuch zu einer Einigung in einer sehr komplexen Materie.

Damit drohen noch im Juni die ersten flächendeckenden Streiks im Baugewerbe seit 1949. Die bereits einmal verlängerte Schlichtungsfrist war am Mittag abgelaufen.

Die Gewerkschaft hatte im Fall eines Scheiterns die Einleitung von Streik-Urabstimmungen noch für diesen Montag angekündigt. Die Arbeitskämpfe könnten dann bereits Mitte dieses Monats beginnen.

Aus Verhandlungskreisen verlautete, das Scheitern sei eine "überraschende Wende" der letzten Runde in Berlin gewesen, die seit Freitagnachmittag andauerte. Allerdings war in den frühen Morgenstunden schon absehbar geworden, dass ein Kompromiss kaum möglich scheint.

Umstritten war in den Verhandlungen zuletzt vor allem die Neueinteilung der Lohngruppen sowie die Mindestlöhne. Widerstand kam dabei insbesondere aus dem ostdeutschen Arbeitgeberlager. Über die eigentliche Lohnerhöhung wurde auf Grund der offenen Punkte erst kurz vor Auslaufen der Frist ernsthaft verhandelt. Die IG BAU hatte 4,5 Prozent mehr Lohn gefordert.



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