Glyphosat-Streit Bayer einigt sich mit US-Klägern auf Vergleich

Bayer hat sich in Rechtskonflikten mit US-Klägern wegen angeblicher Krebsrisiken von Unkrautvernichtern auf einen Vergleich geeinigt. Das könnte das Unternehmen knapp zehn Milliarden Euro kosten.
Logo des Unternehmens Bayer in Köln

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Foto: Oliver Berg/ dpa

Der Chemiekonzern Bayer hat einen milliardenschweren Vergleich mit den Glyphosat-Klägern in den USA erzielt. Der Leverkusener Konzern erklärte am Mittwoch, zur Beilegung der laufenden Verfahren und für mögliche künftige Fälle bis 9,8 Milliarden Euro zu zahlen. Hintergrund sind Klagen von Nutzern des umstrittenen Unkrautvernichters Roundup, die das glyphosathaltige Mittel für ihre Krebserkrankung verantwortlich machen.

Mit der Einigung würden "75 Prozent der aktuellen Roundup-Verfahren zum Abschluss" gebracht - "mit insgesamt etwa 125.000 eingereichten und nicht eingereichten Klagen", erklärte Bayer. Zu den jetzt eingeplanten 9,8 Milliarden Euro kämen weitere 1,1 Milliarden Euro, "um eine separate Vereinbarung für potenzielle künftige Klagen zu ermöglichen".

Diesem Teil der Vereinbarung müsse noch ein Richter im US-Bundesstaat Kalifornien zustimmen. "Die Vereinbarungen wurden von Vorstand und Aufsichtsrat der Bayer AG unter Mitwirkung des eigens dafür eingerichteten Ausschusses zum Glyphosat-Rechtskomplex einstimmig genehmigt", erklärte der Chemiekonzern. "Sie enthalten keinerlei Eingeständnis einer Schuld oder eines Fehlverhaltens."

Auch die Streitigkeiten rund über den Unkrautvernichter Dicamba sollen in dem Verfahren beigelegt worden sein. Im Zusammenhang mit Klagen wegen Verwehungen von Dicamba und dadurch angeblich verursachte Ernteschäden werden bis zu 354 Millionen Euro gezahlt, teilte der Agrarchemie- und Pharmakonzern mit. Die bei einem Gericht in Missouri gebündelten Klagen betreffen demnach die Erntejahre 2015 bis 2020.

Auf mögliche Krebsrisiken von Glyphosat muss Bayer in Kalifornien allerdings weiterhin nicht hinweisen. In einer Entscheidung vom vergangenen Montag gab ein Bundesrichter in Sacramento dem Antrag von Bayer und anderen Unternehmen statt, einer entsprechenden Auflage des Bundesstaats nicht nachkommen zu müssen.

lmd/dpa/AFP
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