Röhren-Express Bayern baut Hyperloop-Teststrecke

Für Markus Söder ist es die »Zukunft der Mobilität«: Bei München wird Europas erste Hyperloop-Teststrecke in Passagiergröße gebaut. Die Ausmaße der Anlage können mit der Größe der Erwartungen trotzdem noch nicht ganz mithalten.
Soll noch wachsen: Modell des bayerischen Hyperloop-Projekts

Soll noch wachsen: Modell des bayerischen Hyperloop-Projekts

Foto: CHRISTOF STACHE / AFP

Vor fünf Jahren gewann eine Gruppe Münchner Studenten den Hyperloop-Wettbewerb von US-Unternehmer Elon Musk – weil es ihnen gelang, in Los Angeles eine Transportkapsel auf eine Geschwindigkeit von 324 Kilometer in der Stunde zu beschleunigen. Denn darum geht es bei der Hyperloop-Idee von Musk: Der Tesla-Chef träumt davon, Menschen und Waren mit hoher Geschwindigkeit durch Röhren zu schießen – und damit den Verkehr zu revolutionieren.

Nun soll nahe der bayerischen Landeshauptstadt München eine Hyperloop-Teststrecke entstehen. Avisierte Zielgeschwindigkeit der Gondeln in den weitgehend luftleeren Röhren: bis zu 850 Kilometer in der Stunde. Am Freitag war Baubeginn mit dem ersten Spatenstich in Ottobrunn. Bis Ende des Jahrzehnts solle eine Referenzstrecke des Hyperloop-Systems entstehen, teilte die Technische Universität München (TUM) mit.

CSU träumt schon von der »Mobilität der Zukunft«

Der Bau hebe zwei Jahre nach dem Start des Hyperloop Forschungsprogramms der TUM das Vorhaben nun aus dem Modellmaßstab auf Realgröße. »TUM Hyperloop hat sich zum Ziel gesetzt, die Technologie zu entwickeln, um den nachhaltigen Hochgeschwindigkeitsverkehr Wirklichkeit werden zu lassen«, sagte Gabriele Semino, Projektleiter bei TUM Hyperloop.

»Aus Science-Fiction wird Realität«, kommentierte Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der an dem Termin teilnahm. »Der Hyperloop ist die Vision einer völlig neuen und emissionsfreien Art der Fortbewegung.« Der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) sprach von einem Spatenstich für »die Mobilität der Zukunft«. Die Vision sei eine nachhaltige, ultraschnelle und sichere Fortbewegung. In Ottobrunn entstehe nun Europas erste Hyperloop-Testanlage in Passagiergröße. Das TUM Hyperloop Programm ist seit 2020 Teil der Hightech Agenda Bayern und wird somit vom Freistaat Bayern mitfinanziert.

Ganz kann das Projekt in Ottobrunn allerdings noch nicht mit den kühnen Visionen der politischen Prominenz mithalten: Die Länge der Teststrecke soll zunächst 24 Meter betragen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es im Vorspann, in Ottobrunn entstehe Europas erste Hyperloop-Teststrecke. Tatsächlich gibt es bereits seit 2021 eine solche Anlage in Lausanne – allerdings in verkleinertem Maßstab. Die Strecke in Bayern soll europaweit die erste in Passagiergröße werden. Wir haben die Formulierung entsprechend korrigiert.

beb/dpa
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