BDI zur Kürzung der Betriebsrenten "Das wird kein Einzelfall bleiben"

Nach Ansicht von Michael Rogowski, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, werden weitere Unternehmen ihren Mitarbeitern die Betriebsrenten streichen. Er forderte eine Lockerung der bestehenden Gesetze.


BDI-Chef Rogowski: "Die Systeme explodierten"
DPA

BDI-Chef Rogowski: "Die Systeme explodierten"

Berlin - "So lange die Personalnebenkosten so hoch sind wie sie sind, wird das auch weitergehen", sagte Rogowski mit Blick auf die Commerzbank und Gerling, die die Betriebrenten ihrer Mitarbeiter ganz gekündigt oder stark gekürzt haben. Der BDI-Präsident forderte die Bundesregierung außerdem auf, die starren gesetzlichen Vorgaben zur Betriebsrente abzuschaffen.

Die gesetzgeberisch vorgeschriebene Verpflichtung für die Firmen, die Betriebsrenten alle drei Jahre an die Inflations- oder die Nettolohnentwicklung anzupassen, müsse gestrichen werden, verlangte Rogowski. Solche Regelungen hätten dazu geführt, dass "die Systeme häufig explodierten". Belastet worden seien viele betriebliche Rentensysteme auch durch Regelungen, wonach Arbeitnehmern ein bestimmter Prozentsatz ihres letzten Einkommens als Betriebsrente garantiert werde. "Damit ist eine automatische Dynamisierung eingebaut."

Wenn das Betriebsrentengesetz nicht geändert werde, würden weitere Unternehmen ihre Systeme drastisch kürzen oder gar - wie die Commerzbank - ganz aufkündigen, sagte Rogowski. "Das wird kein Einzelfall bleiben," so der BDI-Präsident wörtlich. Schon in den 90er Jahren hätten viele Firmen ihre Betriebsrentenvereinbarungen deutlich zurückgefahren oder beendet. "Das hat nur nicht so sehr für Furore gesorgt, weil es weniger spektakuläre Fälle waren."



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