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WIRTSCHAFTSPRÜFER BDO unter Beschuss

aus DER SPIEGEL 5/2002

Die Wirtschaftsprüfer der BDO Deutsche Warentreuhand AG geraten massiv unter Druck. Der Vorstand der angeschlagenen Bankgesellschaft Berlin erwägt Regressforderungen gegen die Wirtschaftsprüfer, die die Bilanzen der Immobilientochter IBG testierte. In diesem Geschäftsbereich war im vergangenen Jahr der größte Teil der Risiken von über 2,5 Milliarden Euro aufgetaucht, der nur durch eine Kapitalspritze des Landes gedeckt werden konnte. Auch die Auffanggesellschaft der Schmidt-Bank prüft, ob die BDO die Abschlüsse des Instituts, das im vergangenen Jahr zusammengebrochen ist, korrekt kontrolliert hat. Doch damit nicht genug: Selbst ein 1999 von der BDO erstelltes Sondergutachten zu dem 1,75-Milliarden-Euro-Loch der ehemaligen Hypo-Bank wird derzeit von der Wirtschaftsprüferkammer untersucht. Der BDO wird vorgeworfen, sie habe Text und Inhalt des Gutachtens mit Vorständen der HypoVereinsbank abgesprochen. Der Kammer liegt dazu ein interner Aktenvermerk vor. In ihrer ursprünglichen Fassung hatte die BDO »verbleibende Zweifel« angemeldet, ob der Vorstand der Vereinsbank bei der Fusion mit der Hypo-Bank seine Sorgfaltspflicht verletzt habe. Diese Formulierung sei unakzeptabel, schrieb ein Bankmitarbeiter an seinen Vorstand, »bitte drängen Sie hier, dass dies gestrichen wird« - was auch geschah. BDO-Chef Christian Dyckerhoff hatte Absprachen stets bestritten. Die Wirtschaftsprüferkammer prüft den Vorgang, im Fall einer gravierenden Pflichtverletzung läge die Zuständigkeit jedoch bei der Generalstaatsanwaltschaft beim Kammergericht Berlin. Die BDO versichert, sie habe sich in keinem Fall etwas vorzuwerfen.

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