Hilfsgüter aus Russland Beatmungsgeräte für USA stammen von mit Sanktionen belegter Firma

Wladimir Putins Hilfe für die USA in der Coronakrise ist nicht so selbstlos, wie er es gern nach außen aussehen lassen will - vor allem die Lieferung der Beatmungsgeräte wirft Fragen auf. 
Russische Maschine mit Hilfsgütern in New York: "From Russia with Love"

Russische Maschine mit Hilfsgütern in New York: "From Russia with Love"

Foto: TASS/ imago images/ITAR-TASS

Russland unterstützt in der Coronakrise die USA, den Erzrivalen. Diese Nachricht machte Schlagzeilen. "Mein Land reicht den Menschen in den Vereinigten Staaten eine helfende Hand", schrieb der russische Botschafter in den USA, Anatolij Antonow.

Die russischen Staatssender zeigten, wie eine Transportmaschine des Militärs in New York auf dem John F. Kennedy Flughafen landete. An Bord: 60 Tonnen Masken und andere medizinische Güter aus Moskau, darunter auch Beatmungsgeräte.

Die "humanitäre Hilfe" aus Moskau war nicht umsonst, wie sich inzwischen herausgestellt hat – und sie verstößt wohl auch zum Teil gegen US-Sanktionen. Wie die Wirtschafts-Onlinezeitung RBK berichtet , werden gelieferte Beatmungsgeräte vom Typ "Aventa-M" von dem russischen Unternehmen KRET hergestellt. Es gehört zum Staatskonzern Rostec.

Auf Bildern der russischen Staatskanäle waren Kartons mit der Aufschrift "Aventa-M" zu sehen, die am 1. April in New York aus dem russischen Transportflugzeug ausgeladen wurden.

Kleine Sensation

Die Rostec-Tochter steht seit Juli 2014 unter US-Sanktionen . Bürger und Organisationen des Landes dürfen damit keine Transaktionen mit dem russischen Unternehmen tätigen – außer es liegt eine Sondergenehmigung vor. Von der war aber bisher nicht die Rede.

Schon vorher hatte das State Department mitgeteilt, man habe für die Lieferung aus Moskau bezahlt. In Russland zog man dann am Donnerstag nach: Die medizinischen Güter seien zur Hälfte von Washington, zur anderen Hälfte von einem staatlichen Fonds bezahlt worden, teilte das russische Außenministerium mit. Welchen Wert die Fracht hat und was von dem Fonds gespendet wurde, teilten weder die USA noch Russland mit.

US-Präsident Donald Trump und Staatschef Wladimir Putin hatten die Lieferung in einem Telefonat vereinbart. Die Beziehungen zwischen den USA und Russland sind sehr schlecht, deshalb gilt die Hilfsaktion als kleine Sensation. Allerdings hatte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow bereits gesagt, Putin erwarte, dass Washington die Geste erwidern würde. Das gelte für den Fall, dass Russland eine ähnliche Krise erlebte und die US-Hersteller ihre Kapazitäten zur Produktion medizinischer Güter ausgebaut hätten.

Der US-Ostküstenstaat New York mit der gleichnamigen Millionenmetropole hat sich zu einem Hotspot der Coronavirus-Pandemie in den USA entwickelt. Mehr als 1500 Menschen sind bereits gestorben.

Hilfslieferungen in alle Welt

Russland hatte zuvor bereits Virologen, Schutzausrüstungen, mobile Versorgungsstationen sowie Mittel für Desinfektionen nach Italien geschickt. "From Russia with Love" stand auf den russischen Flug- und Fahrzeugen des Militärs, deren Fahrt in Italien immer wieder von den Staatskanälen gezeigt wurde. "La Stampa" berichtete später unter Verweis auf eine anonyme Quelle, 80 Prozent der Hilfsgüter seien nutzlos und kaum hilfreich gewesen. Moskau dementierte dies.

Nun kündigte das russische Verteidigungsministerium eine neue Hilfsaktion an: Elf Militärflugzeuge mit Ärzten und medizinischer Ausrüstung werden nach Serbien geschickt.

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