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Risse im Reaktordruckbehälter Belgien schaltet umstrittenen Atommeiler nahe deutscher Grenze ab

40 Jahre Laufzeit sollen genug sein: Belgien fährt einen Block des Atomkraftwerks Tihange bei Lüttich herunter. Es bleiben fünf Reaktoren in Betrieb – und die jüngsten Meiler sogar länger als ursprünglich geplant.
Protestaktion am belgischen Atommeiler Tihange nahe der deutschen Grenze vor einigen Jahren

Protestaktion am belgischen Atommeiler Tihange nahe der deutschen Grenze vor einigen Jahren

Foto: Olivier Hoslet/ dpa

In Belgien wird am Dienstag der umstrittenste Atomreaktor des Landes endgültig heruntergefahren. Nach 40 Jahren Laufzeit soll Block zwei des Atomkraftwerks Tihange bei Lüttich um kurz vor Mitternacht abgeschaltet werden, teilte die Betreibergesellschaft Engie mit. Deutsche Politiker und Atomkraftgegner setzten sich jahrelang für ein Aus des Meilers ein. Experten hatten bereits 2012 Tausende kleine Risse in dem Reaktordruckbehälter festgestellt.

Nach der Abschaltung hat Belgien noch fünf Atomreaktoren in Betrieb. Drei von ihnen sollen im Jahr 2025 vom Netz gehen.

Für die beiden jüngsten Meiler haben die belgische Regierung und der Energiekonzern Engie dagegen vereinbart, die Laufzeit zehn Jahre zu verlängern – sie sollen daher erst 2035 abgeschaltet werden. Die Regierung begründet dies damit, die Sicherheit der Energieversorgung zu gewährleisten, die aufgrund des Ukrainekriegs und der Energiekrise zweifelhaft wurde.

Die Atomkraftwerke im Nachbarland machen Experten in Deutschland allerdings Sorgen. An den aus den Siebziger- und Achtzigerjahren stammenden Meilern wurden marode Betonteile festgestellt. Bereits 2003 hatte Belgien den Atomausstieg angekündigt, der sich jedoch hinzieht.

kig/AFP

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