Reaktion auf den Krieg in der Ukraine Belgien verschiebt Atomausstieg um zehn Jahre

Zwei belgische Atomkraftwerke sollen zehn Jahre länger laufen als geplant. Mängel hatten in der Vergangenheit Besorgnis erregt – auch in Deutschland.
Belgisches Kernkraftwerk Tihange (2015)

Belgisches Kernkraftwerk Tihange (2015)

Foto: Francois Lenoir / REUTERS

Belgien will den Atomausstieg um zehn Jahre verschieben. Das nahe der deutschen Grenze gelegene Kernkraftwerk Tihange 3 sowie das bei Antwerpen gelegene Kernkraftwerk Doel 4 sollen bis 2035 weiterlaufen. Das bestätigte der belgische Premierminister Alexander De Croo am Freitagabend nach Beratungen der Regierung.

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Die beiden Reaktoren, die 1985 ans Stromnetz angeschlossen wurden, gehören dem französischen Versorger Engie, der dem Vorhaben zustimmen muss. Der Atomausstieg war in Belgien ursprünglich mit einer stärkeren Nutzung von Erdgas verbunden gewesen. Geplant war der Bau eines Gaskraftwerks nördlich von Brüssel. De Croo will jetzt den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen.

Durch die Laufzeitverlängerung soll die Energiesicherheit gewährleistet werden. Dabei spielen auch der Krieg in der Ukraine und die zuletzt stark angestiegenen Energiepreisen eine Rolle.

In Deutschland sorgten die belgischen Atommeiler aus den 1970er und 80er Jahren in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen. So wurden bei den Reaktoren im Nachbarland mehrfach Mängel festgestellt, etwa marode Betonteile. Die Stadt Aachen und die Bundesregierung haben in der Vergangenheit gefordert, die Kernkraftwerke stillzulegen. Insgesamt hat Belgien sieben Reaktoren an den Standorten Doel nahe Antwerpen und Tihange bei Lüttich.

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In Belgien wurde der Atomausstieg schon 2003 gesetzlich festgelegt, doch die Debatte zieht sich seit Jahren. Mehr als die Hälfte der verbrauchten Elektrizität wurde 2021 laut dem Netzbetreiber Elia durch Kernkraft produziert.

mwo/dpa/rtr
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