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Benzin bald wieder billiger

aus DER SPIEGEL 30/1982

Rigoros wie zu Rockefellers Zeiten suchen einige Ölkonzerne gegenwärtig, die Benzinpreise nach oben zu drücken. Seit Anfang Mai erhöhten sie die Benzinpreise um rund 20 Pfennig pro Liter. Da sich Marktwirtschaft und Preismechanismus auch als Summe gegenseitiger Erpressungen erklären lassen, schlugen die Verbraucherverbände zurück: Wer jeweils zuerst die Benzinpreise erhöht, empfahlen sie, sollte boykottiert werden. Aber auch ohne Boykott - wer weiß schon, welche Gesellschaft gerade eine neue Runde eröffnete? - werden die Markengesellschaften sich schwertun, ihre jüngste Preiserhöhung von zwei Pfennig durchzusetzen. Sie geraten damit nämlich in eine Zeit sinkender Preise auf den freien Ölmärkten und fallender Dollarkurse an den Devisenbörsen. Sinkende Preise und fallender Dollar wiederum erleichtern es den freien Tankstellen, ihre Ware billiger einzukaufen und den Preis des Markenbenzins deutlicher zu unterbieten als bisher. Bleibt dieser Trend eine Weile, werden die Freien mit ihrem Marktanteil von über 20 Prozent den Preis der Markenware mit nach unten ziehen.

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