Hauptstadtflughafen in Finanznöten Bund reagiert zögerlich auf Bitte um Finanzhilfen

»Wir brauchen schnell Geld, wir brauchen Cash«: Der Berliner Flughafen BER benötigt dringend weitere Finanzhilfen. Doch die Bundesregierung gibt sich zurückhaltend.
Hauptstadtflughafen BER: Bis 2026 werden 2,4 Milliarden Euro benötigt

Hauptstadtflughafen BER: Bis 2026 werden 2,4 Milliarden Euro benötigt

Foto: Christoph Soeder / picture alliance/dpa

Die geschäftsführende Bundesregierung hat zurückhaltend auf die Forderung des Hauptstadtflughafens BER nach neuen Finanzhilfen reagiert. Ein Sprecher des geschäftsführenden Verkehrsministers Andreas Scheuer (CSU) sagte, es sei ein Bericht der Flughafengesellschaft angefordert worden, der bis diesen Freitag vorliegen solle. Dabei werde es um die Verbesserung von Betriebsabläufen sowie die finanzielle Lage gehen. Der Sprecher wollte sich ebenso wie eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums nicht zur Frage äußern, ob der Bund bereit ist für neue Finanzhilfen.

Die Chefin der Flughafengesellschaft FBB, Aletta von Massenbach, hatte dem »Tagesspiegel« gesagt: »Wir brauchen schnell Geld, wir brauchen Cash.« Die Liquidität reiche nur noch bis zum ersten Quartal 2022. Gesellschafter sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund.

Im vergangenen Jahr machte die FBB gut eine Milliarde Euro Verlust. Auch für die kommenden Jahre wird mit hohen Fehlbeträgen gerechnet. »Wir können den Kapitaldienst für eine lange Zeit nicht selbst stemmen«, sagte Massenbach. Bis 2026 werden demnach von den Eignern weitere 2,4 Milliarden Euro gebraucht.

Verkehrsminister macht Druck wegen Pannen

Der neue Flughafen war am 31. Oktober vor einem Jahr eröffnet worden. Acht Millionen Fluggäste haben ihn in der Coronakrise genutzt. Zu Beginn der Herbstferien hatte es am BER ungewöhnlich lange Wartezeiten an den Schaltern gegeben; manche Urlauber sorgten sich sogar, den Abflug zu verpassen.

FBB-Chefin Massenbach versicherte, dass aus dem Herbstferienchaos am BER Konsequenzen gezogen worden seien. »Ich garantiere, dass wir alles tun, damit es so reibungslos wie möglich funktioniert«, sagte sie. »Dass es immer perfekt funktionieren wird, kann ich nicht garantieren.«

hej/dpa-AFX
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