Hauptstadtflughafen BER »Wir brauchen schnell Geld, wir brauchen Cash«

Der Flughafen BER benötigt dringend weitere Finanzhilfen. Das sagte die neue Chefin Aletta von Massenbach in einem Interview mit dem »Tagesspiegel«. Man stehe jetzt an einem Scheidepunkt.
Flughafen BER: weitere Finanzhilfen benötigt (Archivbild)

Flughafen BER: weitere Finanzhilfen benötigt (Archivbild)

Foto: Emmanuele Contini / NurPhoto via Getty Images

Der vor einem Jahr eröffnete Flughafen Berlin Brandenburg International (BER) benötigt dringend die nächste Finanzspritze, um eine Insolvenz abzuwenden. »Wir brauchen schnell Geld, wir brauchen Cash«, sagte die neue Chefin Aletta von Massenbach in einem Interview mit dem Berliner »Tagesspiegel« . Demnach reicht die Liquidität der Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes (FBB) noch »bis zum ersten Quartal 2022«. Mitte Februar habe die FBB aber »eine große Zahlung für den Schuldendienst zu leisten«, sagte von Massenbach. Und weiter: »Wir können den Kapitaldienst für eine lange Zeit nicht selbst stemmen.«

Von Massenbach ist erst seit 1. Oktober Chefmanagerin der FBB. Deren Finanzsituation ist bereits seit Längerem desolat; im vergangenen Jahr hatte sie einen Verlust von rund einer Milliarde Euro gemacht. Der Wirtschaftsprüfer Karl-Heinz Wolf hatte im SPIEGEL deshalb eine Insolvenz gefordert.

Im »Tagesspiegel« heißt es nun, die FBB brauche bis 2026 weitere 2,4 Milliarden Euro von ihren drei Eignern, den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund. »Dass wir für den BER noch so viel Geld brauchen, ist superbitter«, sagte von Massenbach. Einen Plan B gebe es aber nicht. Man könne die Handlungsspielräume ja durchdeklinieren: »Der BER ist fertig, man kann ihn betreiben und Geld verdienen. Oder er kostet nur.«

Aufklärung der Pannen zu Ferienbeginn

Von Massenbach versicherte zudem, dass aus dem Herbstferien-Chaos am BER Konsequenzen gezogen worden seien. »Ich garantiere, dass wir alles tun, damit es so reibungslos wie möglich funktioniert«, sagte sie. »Dass es immer perfekt funktionieren wird, kann ich nicht garantieren.«

Hochbetrieb am BER mit langen Schlangen zum Beginn der Herbstferien (Archivbild vom 16. Oktober)

Hochbetrieb am BER mit langen Schlangen zum Beginn der Herbstferien (Archivbild vom 16. Oktober)

Foto: Paul Zinken / dpa

Zu Beginn der Herbstferien hatte es am BER ungewöhnlich lange Wartezeiten an den Schaltern gegeben; manche Urlauber sorgten sich sogar, den Abflug zu verpassen. Nach Informationen der »Welt am Sonntag« setzte der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) deshalb die Geschäftsführung des Flughafens unter Druck: Demnach fordert Scheuer von BER-Chefin von Massenbach bis zum 5. November einen schriftlichen Bericht zu den Pannen.

sos/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.