Hauptstadtflughafen BER-Chefin warnt indirekt vor langen Wartezeiten zu Ostern

Rund eine Million Fluggäste erwartet der Flughafen Berlin Brandenburg über die Osterferien. Das könnte zum Problem werden. Denn nach wie vor fehlt ausreichend Personal. Wartezeiten sind programmiert.
Warteschlange am Check-in-Schalter des BER (im Januar)

Warteschlange am Check-in-Schalter des BER (im Januar)

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Der Hauptstadtflughafen BER kämpft über die verkehrsreichen Osterferien mit einer äußerst dünnen Personaldecke bei den am Ablauf beteiligten Unternehmen. »Grundsätzlich ist die Personaldecke bei vielen Partnern zum Osterreiseverkehr ausreichend, aber nicht komfortabel«, räumte Aletta von Massenbach der gegenüber der Deutschen Presse-Agentur ein. »Das war zum Jahresbeginn von Januar bis März noch in Ordnung. Aber für diese Spitzen, die wir jetzt erwarten, kann an neuralgischen Punkten des Flughafens wie bei den Bodenverkehrsdiensten und bei der Sicherheit der Puffer beim Personal fehlen.«

Vor allem unvorhergesehene Coronaerkrankungen könnten dann zum Problem werden. Die Folge: Längere Wartezeiten sind erneut nicht auszuschließen.

»Grundsätzlich ausreichend, aber nicht komfortabel.«

BER-Chefin von Massenbach zur Personalsituation am Hauptstadtflughafen

Gleichwohl wüssten alle Partner um ihre Rollen und Aufgaben. »Gemeinsam bereiten wir uns mit Hochdruck auf den Ferienverkehr vor«, betonte von Massenbach. Rund eine Million Fluggäste erwarten die BER-Betreiber während der gut zweiwöchigen Osterferien. Die verkehrsreichsten Tage seien dabei dieser Freitag sowie der Sonntag vor Schulbeginn am 24. April. An beiden Tagen rechnet der Flughafen mit jeweils rund 70.000 Passagieren. Für die übrigen Ferientage gehen die Betreiber von 50.000 bis 65.000 Reisenden pro Tag aus.

Einen Knackpunkt bilden laut von Massenbach die Sicherheitskontrollen. Hier sei mit den zuständigen Unternehmen in den vergangenen Wochen intensiv die geplante Besetzung abgestimmt worden. Etwas Abhilfe könnte das neue Terminal 2 schaffen, das vor wenigen Wochen eröffnet wurde. Hier sei die technische Ausstattung der Sicherheitsspuren auf einem neueren Stand; mehr Menschen könnten mit weniger Personal in der gleichen Zeit kontrolliert werden.

Ein weiterer Engpass seien die Bodendienstleister, die sich etwa um das Ein- und Ausladen des Gepäcks kümmerten. »Viele Menschen haben die Unternehmen am BER während des Umzugs und aufgrund der Pandemie verlassen. Neue zu rekrutieren, ist eine Herausforderung«, sagte die Flughafenchefin.

Mit Blick auf die Wochen nach Ostern dürfte die Situation angesichts weiter steigender Passagierzahlen kaum einfacher werden. »Wir alle haben den Sommerflugplan vor Augen. Alle Partner am Flughafen wissen, für diese Reisezeit brauchen wir noch mehr Personal, und alle sind gegenwärtig dabei, zu rekrutieren sowie die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzuarbeiten.«

Gleichwohl seien mehr Reisende für den wirtschaftlich angeschlagenen Flughafen auch eine gute Nachricht: »Wir freuen uns auf die Passagiere und letztendlich darauf, dass es eine gewisse Normalisierung gibt«, sagte von Massenbach.

mik/dpa
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