Berechnung Dax-Konzerne schütten Milliarden-Dividenden aus

Frohe Kunde für Aktionäre der 30 Dax-Unternehmen: Die Konzerne werden in diesem Jahr mehr als 22 Milliarden Euro Dividenden ausschütten, ergab eine Berechnung des "Handelsblatts". Doch der Stellenabbau ist bereits angekündigt - Gewerkschafter sind empört.


Düsseldorf - Trotz der schweren Rezession schütten die 30 Dax-Unternehmen nach Berechnungen des "Handelsblatts" in diesem Jahr 22,4 Milliarden Euro an Dividenden an ihre Aktionäre aus.

Nach einem Gewinneinbruch von 40 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr sinke die Ausschüttungssumme "nur" um 20 Prozent, berichtete das Blatt. Zehn der 30 Dax-Konzerne erhöhten sogar ihre Dividenden, am stärksten K+S. Der Düngemittelhersteller zahle nach 2,40 Euro nach 0,50 Euro im Vorjahr.

Die Ausschüttungen stoßen auf Kritik bei den Gewerkschaften: "Hohe Dividendenausschüttungen bei gleichzeitig geplanten Entlassungen sind grundfalsche Strategien. Das Geld gehört während einer Krise ins Unternehmen und nicht auf die Anlagekonten von Aktionären und Finanzinvestoren", sagte Dietmar Hexel, Mitglied des DGB-Bundesvorstandes und der Regierungskommission Corporate Governance Kodex, der Zeitung zufolge.

Solche Vorstöße lehnen Börsianer ab: "Dividenden sichern auch Arbeitsplätze. Schließlich geben Aktionäre das Geld zum Teil wieder aus", meinte Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut den Angaben zufolge. Es gebe keinen Beleg dafür, dass einbehaltene Dividenden Arbeitsplätze in den betroffenen Betrieben sicherten.

Stellenstreichungen schließen die 30 Konzerne nicht aus - im Gegenteil. Eine Umfrage der "Süddeutschen Zeitung" unter den Dax-Unternehmen hatte am Wochenende ergeben, dass die Konzernleitungen mit einem weitaus höheren Jobabbau rechnen, als bislang angenommen.

ffr/AP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.