Bericht der Notenbank US-Konjunktur stabilisiert sich

Hoffnungsschimmer in der Krise: Die düstere Konjunkturstimmung in den USA hellt sich einer Studie der Notenbank Fed zufolge allmählich auf. Einzelhandel und Immobilienmarkt verzeichnen leichte Verbesserungen - doch der Bericht listet auch zahlreiche Probleme auf.

Washington - Es geht zwar noch nicht wieder aufwärts, aber zumindest geht es zögerlicher abwärts: So beschreibt die US-Notenbank in ihrer neuesten Studie Lage der amerikanischen Konjunktur. In fünf der zwölf Bezirke der Federal Reserve habe sich der Abschwung mittlerweile verlangsamt, heißt es im jüngsten Konjunkturbericht der Fed ("Beige Book"), der am Mittwoch veröffentlich wurde. In einigen davon habe sich die Wirtschaftsleistung "auf niedrigem Niveau" sogar stabilisiert. Der Bericht umfasst einen Zeitraum von Anfang März bis zum 6. April.

Immobilienmarkt in den USA: Fed sieht ersten Hoffnungsschimmer

Immobilienmarkt in den USA: Fed sieht ersten Hoffnungsschimmer

Foto: AFP

Erst am Dienstag hatten Notenbankchef Ben Bernanke und Präsident Barack Obama erklärt, dass sie erste Anzeichen für ein Ende der Rezession sehen.

Nach der Zentralbank-Studie registrierte der Einzelhandel eine leichte Verbesserung der Lage, zudem kämen wieder mehr Käufer auf den krisengeschüttelten Immobilienmarkt. In einigen Bezirken seien wieder mehr Häuser an den Mann gebracht worden. Der Zusammenbruch des aufgeblähten US-Immobilienmarkts hatte die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise ausgelöst.

Allerdings listet der Bericht auch zahlreiche Probleme auf:

  • Die Lage der seit langem krisengeschüttelten verarbeitenden Industrie habe sich weiter verschlechtert.
  • Die Situation im Dienstleistungssektor verschlimmere sich quer durch die Bezirke.
  • Trüb sieht es den Währungshütern zufolge auf dem Arbeitsmarkt aus. Entlassungen, zeitweilige Schließungen und das Einfrieren von Löhnen seien weit verbreitet. Das für New York zuständige Fed-Institut, in dessen Distrikt die Bankenindustrie von der Finanzkrise besonders hart getroffen wurde, beschrieb die Zahl verfügbarer Arbeitskräfte als "unerschöpflich". Dementsprechend verringerte sich vielerorts der Preisdruck. Viele Einzelhändler und Dienstleister hätten die Preise bereits deutlich gesenkt.
  • Die Finanzierung von Geschäftsimmobilien sei nach wie vor schwierig und behindere die Bauwirtschaft und Investitionen.

Obama hatte am Dienstag erklärt, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zum ersten Mal beginne, einen Hoffnungsschimmer zu sehen. Es gebe erste "Anzeichen eines wirtschaftlichen Fortschritts". Der Präsident präsentierte einen Fünf-Punkte-Plan, mit dem er die US-Wirtschaft stärken will.

Notenbankchef Bernanke sagte, in jüngster Zeit habe es "vorläufige Anzeichen" gegeben, dass sich der heftige Abschwung verlangsame. Wenn sich die Lage beruhige, sei dies der erste Schritt auf dem Weg zur Erholung. Allerdings werde ein nachhaltiger Aufschwung ausbleiben, solange sich das Finanzsystem und die Kreditmärkte nicht stabilisierten. Doch auch an dieser Front gebe es Fortschritte.

Die US-Notenbank hat den Leitzins auf nahezu Null reduziert, um gegen die Rezession anzukämpfen. Die Arbeitslosenquote hatte im vorigen Monat die Marke von 8,5 Prozent erreicht.

ler/dpa/Reuters
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