Berlin Ver.di will im Nahverkehrsstreik eisern bleiben

Keine Entwarnung für die Berliner: Der Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben soll nach dem Willen der Gewerkschaft Ver.di auch über diese Woche hinaus unvermindert weitergehen. eine Linderung für das Verkehrschaos dürften allein die beginnenden Osterferien bringen.


Berlin - Die Hartleibigkeit der Arbeitgeber ärgert die Gewerkschafter von Ver.di. Deshalb werden auch in der kommenden Woche bei Bussen, Tram und U-Bahnen die Räder still stehen. Ein Sprecher von Ver.di bestätigte heute einen entsprechenden Bericht der "B.Z.". Das habe die große Tarifkommission der Gewerkschaft heute beschlossen. Bislang war geplant, den Ausstand am Freitag auszusetzen.

Berlin Friedrichstraße: Idyllische Ruhe während der Rushhour
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Für ein Ende des Streiks sei ein verbessertes Angebot der Arbeitgeberseite notwendig, sagte der Sprecher. Derzeit sei ein solches Angebot aber nicht zu erwarten. Die Streikenden seien deshalb auf einen langen Arbeitskampf eingestellt. Ver.di bestreikt seit Mittwoch vergangener Woche den Nahverkehr in der Hauptstadt. Hunderttausende müssen täglich auf Autos, Fahrräder oder die S-Bahn umsteigen, die weiterhin fährt.

Der Kommunale Arbeitgeberverband lehnt ein höheres Angebot für die rund 11.500 Beschäftigten der landeseigenen BVG und ihrer Tochter Berlin Transport ab. Ver.di verlangt für alle Beschäftigten Einkommenserhöhungen von 8 bis 12 Prozent, mindestens 250 Euro mehr im Monat. Das Arbeitgeberangebot sieht eine stufenweise Erhöhung um sechs Prozent bis Ende 2010 vor.

Die meisten Beschäftigten würden die Lohnerhöhung trotzdem nicht spüren, denn die BVG will sie teilweise mit einem zurzeit gezahlten Zuschlag verrechnen.

Ursprünglich hatte Ver.di während der Osterferien nicht streiken und den Ausstand danach möglicherweise wieder aufnehmen wollen. Diesen Plan widerrief die Tarifkommission heute. Dazu hat nach Worten des Sprechers nicht zuletzt beigetragen, dass der Regierunde Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) keine Bereitschaft erkennen lässt, in dem Konflikt zu vermitteln.

Der Berliner Senatssprecher Richard Meng kritisierte die Entscheidung von Ver.di, den Streik unvermindert fortzusetzen. Beide Seiten hätten "die Osterpause zu einer Streikpause, zum Nachdenken und Verhandeln nutzen sollen", sagte Meng. Bisher hätten noch keine richtigen Verhandlungen stattgefunden. "Das ist ein falsches Signal, wenn die Gewerkschaft erstmal streikt, bevor sie verhandelt. Bisher war das immer umgekehrt."

mik/dpa/AFP/AP



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