Berliner Bankenaffäre Ex-Manager sollen 26 Millionen Euro zahlen

Die Bankgesellschaft Berlin hat ehemalige Führungskräfte auf millionenschwere Schadensersatzzahlungen verklagt.


Ex-BG-Chef Rupf: Erhebliche Pflichtverletzungen
DPA

Ex-BG-Chef Rupf: Erhebliche Pflichtverletzungen

Berlin - Im Zusammenhang mit dem drohenden Zusammenbruch des Kreditinstituts, das nur durch eine Garantie des Landes Berlin von bis zu 21,6 Milliarden Euro verhindert wurde, fordert das Unternehmen mehr als 25 Millionen Euro von insgesamt elf inzwischen ausgeschiedenen Managern, Vorständen und Aufsichtsräten, berichtet DER SPIEGEL. Eine entsprechende Klage reichten Bevollmächtigte der Bank am Freitag beim Landgericht in Berlin ein.

Der neue Vorstand wirft seinen Vorgängern, voran dem Ex-Institutchef Wolfgang Rupf, erhebliche Pflichtverletzungen vor. Die Vorwürfe beziehen sich bislang nur auf einen Fall; der Vorstand der Bankgesellschaft behält sich ausdrücklich vor, auch wegen anderer Immobiliengeschäfte Regressforderungen geltend zu machen. Neben Rupf werden auch prominente Berliner Politiker wie der ehemalige CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky und der einstige Baustaatssekretär Hans Görler (SPD) mit Regressforderungen belegt. Daneben sollen der Ex-Landesbankchef Ulf Decken und der vormalige Boss der Immobilientochter IBG, Manfred Schoeps, zur Kasse gebeten werden.

Juristen zufolge muss nun der Aufsichtsrat des Instituts informiert werden und gegebenenfalls über nachträgliche fristlose Kündigungen entscheiden. Ein derartiger Schritt hätte zur Folge, dass etwa Rupf auf sein Millionengehalt verzichten müsste. Gegen die meisten der nun verklagten Manager laufen bereits strafrechtliche Ermittlungen.



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