Rauchabzug am Flughafen BER "Das Monster ist final gezähmt"

Eine der kritischsten Stellen des Flughafens BER: die Entrauchungsanlage, intern "Monster" genannt. Jetzt meldet der Airport-Chef einen Durchbruch.

Journalisten verlassen im April 2014 die Entrauchungsanlage 14 des Flughafens Berlin Brandenburg. Wegen erheblichen Mängeln an der Anlage musste die Eröffnung mehrfach verschoben werden
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Journalisten verlassen im April 2014 die Entrauchungsanlage 14 des Flughafens Berlin Brandenburg. Wegen erheblichen Mängeln an der Anlage musste die Eröffnung mehrfach verschoben werden


Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Laut Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat der Pannen-Airport BER eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Fertigstellung genommen.

Der übergeordnete Sachverständige habe die - in der Vergangenheit besonders kritischen - Rauchabzugsanlagen sowie die Lüftungstechnik im Hauptgebäude sowie den beiden Pavillons für sicher und für den Betrieb zulässig erklärt, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup.

"Das Monster ist final gezähmt", sagte er. "Monster" ist der unternehmensinterne Begriff für einen zentralen Abschnitt der Brandschutzanlage, den die Ingenieure jahrelang nicht in den Griff bekamen.

Der Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld sollte ursprünglich im Oktober 2011 in Betrieb gehen, nun soll es im Herbst kommenden Jahres so weit sein. Die Fertigstellung der Brandschutzanlage im Terminal hatte sich immer wieder verzögert. Daneben gibt es diverse Mängel auf dem Gelände, die noch immer beseitigt werden müssen.

Die Planer treiben indessen die Vorbereitungen für den Flugbetrieb voran. So sollen Fluggesellschaften mit gestaffelten Gebühren dazu gebracht werden, möglichst leise Flugzeuge einzusetzen. Ein neues Gebührenmodell, das bei jedem Flug den Start- und Landelärm misst, soll leises Fliegen belohnen und lautere Starts und Landungen finanziell bestrafen. Das sei Pionierarbeit, so Lütke Daldrup.

Bisher seien die Lärmklassen nach Flugzeugtypen und nicht nach tatsächlich verursachtem Lärm geordnet gewesen. "Ein Airbus A 320 war immer in einer Lärmklasse, egal, ob Sie laut oder leise geflogen sind", sagte Lütke Daldrup. Deshalb habe es sich für die Fluggesellschaften nicht gelohnt, leiser zu fliegen.

Die Hintergründe zum Berliner Airport BER

Künftig müssten die Airlines nun jeweils 40 bis 7500 Euro für den von ihnen verursachten Lärm bezahlen - je nachdem, welche von elf Lärmklassen sie erreichen. Der Flugzeugtyp Airbus A 320 etwa bewege sich zwischen 100 und 300 Euro. In den Randzeiten von 5 Uhr bis 6 Uhr sowie von 22 Uhr und 24 Uhr sollen die Gebühren deutlich höher ausfallen als in den Kernzeiten.

Der BER soll im Oktober 2020 in Betrieb gehen, neun Jahre später als anfangs geplant.

beb/dpa



insgesamt 32 Beiträge
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ptb29 31.05.2019
1. Es geht tatsächlich voran
Da werden die Frankfurter ganz traurig, haben sie doch den BER aktiv und passiv torpediert. Irgendein kleiner Beamter in Lübben kann ja noch wichtig tun und zeigen, wie man die Eröffnung immer noch verhindern kann. Von den Start-und Landebahnen wird mit Nutzung des neuen Towers seit Jahren geflogen. Es ist nur das Terminal und da haben die Verantwortlichen nicht mit Ruhm bekleckert. Ist ja egal, es wird niemand zur Verantwortung gezogen.
bessernachgedacht 31.05.2019
2. Fake News
Im Artikel heisst es, Ingenieure hätten es jahrelang nicht in den Griff bekommen. Das ist schlichtweg falsch. Eindeutig sind die Bauherren an diesem Desaster schuld, das wurde schon oft genug erläutert. Also bitte nicht mit dem Finger auf Ingenieure, Handwerker oder andere redliche Menschen zeigen, sondern auf die linke und rote Politikerbrut und deren nachgeschalteten Behörden (wobei eine Behörde an sich ja schon von Natur aus nicht's anderes als ein Zustand ist).
klaus1959 31.05.2019
3. Leiser Fliegen?
Also weniger Gas geben beim Starten und Landen. Auch wenn es mal enger wird? Ich gehe einmal davon aus, dass Piloten nicht aus Jux und Tollerei mehr Gas geben als nötig, sondern weil sie es je nach Flugsituation für sicherer halten.
ein-berliner 31.05.2019
4. Was für ein Nonsens
Der sachverständige Obertechniker gibt die Rauchgasabzugsanlage frei? Bei der üblichen Bauweise hätte es darüber erst keine Diskussion gegeben, da technische Normalität. Es mußte ja technischer Schwachsinn geplant und vom Bauherren auch noch kritiklos akzeptiert werden. Bei technisch sinnvoller Ausführung wäre der Flughafen seit Jahren in Betrieb. Und jetzt faselt noch ein Flughafenlaienspieler über die Funktionsfähigkeit einer Fehlleistung eines Architekten. Wetten, das wird wieder nichts mit einer funktionsfähigen Anlage!
Das Pferd 31.05.2019
5.
wird auch Zeit, die BER-Witze kann keiner mehr hören. Und gleich mal die Erweiterung canceln, und erst mal prüfen, ob der derzeitige Stimmungsumschwung in der Klimafrage sich auf die Zahl der Passagiere auswirkt.
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