Berliner Flughafenstreit Gericht schlägt spätere Schließung von Tempelhof vor

Mehrere Fluggesellschaften haben gegen das zum Ende Oktober 2007 beschlossene Aus des Flughafens Tempelhof geklagt. Zudem wollen zwei Geldgeber nur dann in das Gelände investieren, wenn der Flugbetrieb erhalten bleibt. Ein Gericht schlägt heute einen Vergleich vor.


Berlin - Im Streit über die Zukunft des Berliner Flughafens Tempelhof hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg heute einen Vergleichsvorschlag vorgelegt. Danach könnte der Airport bis Ende Oktober 2008 offen bleiben, also genau ein Jahr länger als geplant. Dies teilte der Vorsitzende Richter Jürgen Kipp mit. "Dies ist ein Versuch zur Herstellung des Rechtsfriedens", sagte er.

Der Berliner Senat und die Berliner Flughafen-Gesellschaft (BFG) hatten sich mit diesem möglichen Kompromiss bereits im Vorfeld grundsätzlich einverstanden erklärt. Die Kläger - mehrere Tempelhofer Fluggesellschaften - müssen nun bis zum 10. Januar ihrerseits erklären, ob sie den Vergleichvorschlag akzeptieren.

Die Oberste Luftfahrtbehörde des Senats hatte die Betriebsgenehmigung des Flughafens zum 31. Oktober 2007 widerrufen. Sie folgte damit einem Antrag der BFG, die den City-Airport wegen Millionenverlusten abstoßen will. Tempelhofer Linienflieger können sich nun aussuchen, ob sie nach der Schließung auf den Flughäfen Tegel oder Schönefeld unterkommen wollen.

Das Gericht hatte bereits klargestellt, dass die Fertigstellung des Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) im Jahr 2011 das endgültige Aus für die innerstädtischen Flughäfen Tempelhof und Tegel bedeuten werde.

Zwei Investoren hatten zuvor erklärt, sie würden in Tempelhof ein Gesundheitszentrum beziehungsweise ein Schulungszentrum bauen. Einer der potentiellen Geldgeber hatte die Investitionssumme von 350 Millionen Euro genannt. Beide kündigten allerdings an, nur unter der Bedingung zu investieren, dass der Flugbetrieb aufrechterhalten wird.

kaz/dpa/Reuters/AP



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