Berliner Hauptbahnhof Bahn erwägt Klage gegen Architekten

Die Streitereien wegen der Sturmschäden am Berliner Hauptbahnhof gehen in die nächste Runde. Nun hat die Bahn dem Architekten Meinhard von Gerkan eine Klage angedroht, sollte er seine umstrittene Äußerung nicht zurücknehmen.


Berlin - Bahnmanager Wolf-Dieter Siebert wies heute Gerkans Äußerungen als "haltlos und unverfroren" zurück, das Abrutschen eines Stahlriegels aus der Fassade während des Orkans Mitte Januar hätte verhindert werden können, seien bei der Ausführung des Architektenentwurfs "unter der Regie der Bahn" nicht Sicherheitsschienen weggelassen worden.

Gesperrter Hauptbahnhof (am 21.1.2007): "Haltlos und unverfroren"
AP

Gesperrter Hauptbahnhof (am 21.1.2007): "Haltlos und unverfroren"

Der Bahnmanager betonte erneut, die DB habe als Bauherr ein Bauwerk übernommen, bei dem sie davon ausgehen musste, dass es nach allen Regeln der Technik geplant, genehmigt, gebaut und abgenommen worden sei.

Wegen des herabgestürzten Stahlbalkens hat die Bahn ein unabhängiges Gutachten beantragt. Siebert kündigte Klage für den Fall an, dass von Gerkan seine Behauptung nicht zurücknehme. "Emotional motivierte Anschuldigungen und Schuldzuweisungen diskreditieren sich von allein - zumal sie nicht der Wahrheit entsprechen", erklärte Siebert.

Gerkan hatte im Bundestagsverkehrsausschuss gestern darauf hingewiesen, dass der Sturmschaden vermeidbar gewesen wäre. Der "Berliner Morgenpost" gegenüber versicherte er, dass er in seinem Entwurf für die Bügelbauten eine Sicherung für die Stahlträger eingeplant habe, die später weggelassen worden sei.

Die Bahn AG und der Architekt streiten sich außerdem über die verkürzte Ausführung des Glasdachs über der Stadtbahn im Hauptbahnhof. Im Mittelpunkt stehen die Kosten einer möglichen nachträglichen Verlängerung, wie sie von Gerkan fordert. Dies sollte am Donnerstag auch Thema im Haushaltsausschuss des Bundestags sein, zu dem Bahnchef Hartmut Mehdorn erwartet wurde.

tim/AP



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