Bertelsmann & Springer EU nickt deutsche Druckfusion ab

Die EU-Kommission segnet den Zusammenschluss der Druckbetriebe von Bertelsmann und Axel Springer ab. Die Mediengiganten dürfen damit den größten europäischen Tiefdrucker bilden.


Bertelsmann-Druckerei Arvato: Marktanteil von fast 50 Prozent

Bertelsmann-Druckerei Arvato: Marktanteil von fast 50 Prozent

Brüssel - Trotz klarer Marktführerschaft beim Zeitschriften-Tiefdruck in Deutschland billigte die EU das neue Joint Venture ohne Wettbewerbsauflagen. Preiserhöhungen seien nicht zu erwarten, da Konkurrenten ihre Kapazitäten erweitern könnten, teilte die Behörde nach der sechsmonatigen Prüfung mit.

Die Kommission hatte das Vorhaben besonders gründlich untersucht, da sie zunächst eine Wettbewerbsbehinderung befürchtete. Es gebe jedoch Druckereien in den Niederlanden, Frankreich und Italien, die als potenzielle Konkurrenten in Deutschland in Betracht kommen. Beim Zeitschriften-Tiefdruck hat das neue Unternehmen auf dem Heimatmarkt einen Anteil von fast 50 Prozent. Ein Antrag des Bundeskartellamtes, die Fusion in Deutschland zu prüfen, war von Brüssel zurückgewiesen worden.

Geplant ist nun die Zusammenlegung der Sparten von Axel Springer mit Arvato und Gruner + Jahr, die zu Bertelsmann gehören. Die Unternehmen beschäftigen zusammen rund 5000 Mitarbeiter und führen Betriebe in Ahrensburg, Darmstadt, Dresden, Itzehoe und Nürnberg. Eine geplante Großdruckerei von Arvato im britischen Liverpool soll ebenfalls Bestandteil der Fusion werden. An dem neuen Unternehmen sollen Arvato und Gruner + Jahr jeweils mit 37,45 Prozent sowie Springer mit 25,1 Prozent beteiligt sein.



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