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25. März 2007, 17:12 Uhr

Beschäftigung

Weniger Arbeitslose - mehr prekäre Jobs

Trotz des Konjunkturaufschwungs schrecken zahlreiche Unternehmen davor zurück, feste Stellen zu schaffen. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den vergangenen zwölf Monaten hat dem DGB zufolge zu einer Zunahme der prekären Beschäftigung geführt.

Berlin - "Etwa 50 Prozent des Beschäftigungsaufbaus im vergangenen Jahr sind auf Leiharbeit zurückzuführen", sagt Wilhelm Adamy, Leiter der Abteilung Arbeitsmarktpolitik beim DGB-Bundesvorstand, dem Berliner "Tagesspiegel". "Diese Art der Beschäftigung ist prekär, weil das Risiko, in die Arbeitslosigkeit zu geraten, fünf bis sechsmal größer ist als in der Wirtschaft insgesamt", fügte er hinzu.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg beobachtet der Zeitung zufolge zudem eine Zunahme der Teilzeitarbeit. So seien von den im vergangenen Jahr neu geschaffenen Stellen rund 90 Prozent Teilzeitarbeitsplätze, sagte eine IAB-Sprecherin dem "Tagesspiegel".

"Der Trend zum Zweitjob wird deshalb zunehmen", sagte dazu der DGB-Experte Adamy dem Blatt zufolge. Gustav Horn vom gewerkschaftsnahen Konjunkturinstitut IMK sagte, viele Unternehmen schreckten davor zurück, feste und sozial abgesicherte Arbeitsplätze zu schaffen. Das Nachsehen hätten dabei weiterhin "die gering Qualifizierten am unteren Rand des Arbeitsmarktes".

ler/AFP/AP

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