Beschlagnahmung US-Ermittler knöpfen sich Madoffs Söhne vor

Erst ging es nur um den Milliardenbetrüger Bernard Madoff, dann um seine Frau Ruth - jetzt geraten auch die Söhne Mark und Andrew ins Visier der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft will mehr als 30 Millionen Dollar aus ihrem Vermögen beschlagnahmen - ihr Vater soll ihnen das Geld geliehen haben.


New York - Bei den Ermittlungen gegen den geständigen Milliardenbetrüger Bernard Madoff geraten nun auch dessen Söhne ins Visier der US-Behörden. Die Staatsanwaltschaft kündigte in New York an, im Rahmen des Verfahrens gegen ihren Vater 31,55 Millionen Dollar von Mark und Andrew Madoff beschlagnahmen zu lassen.

Den Angaben zufolge hatte Madoff seinen Söhnen das Geld über Jahre hinweg in mehreren Tranchen geliehen. Das meiste wäre demnach im kommenden Jahr fällig zur Rückzahlung. Bereits Anfang der Woche hatte die Anklage angekündigt, mehr als 100 Millionen Dollar an Bargeld und Sachwerten aus Madoffs Privatbesitz beschlagnahmen zu lassen. Mehrere der aufgeführten Werte zählen zum Besitz von Madoffs Frau Ruth.

Madoff hatte sich am vergangenen Donnerstag in dem mutmaßlich größten Betrugsfall der Wirtschaftsgeschichte des Diebstahls, der Geldwäsche und der Urkundenfälschung schuldig bekannt. Er sitzt in Haft.

Seine Frau Ruth und seine Söhne waren Mitarbeiter seiner Firma, wurden bislang aber nicht angeklagt. Madoff hatte vor Gericht ausgesagt, die Verantwortung für sein betrügerisches Schneeballsystem liege allein bei ihm. Das Urteil soll am 16. Juni verkündet werden, dem 70-Jährigen drohen bis zu 150 Jahre Haft. Am Donnerstag soll ein Berufungsgericht über einen Kautionsantrag Madoffs entscheiden.

wal/AFP



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