Betrugsverdacht Mailand will deutsche Banker vor Gericht zerren

Deutsche Finanzinstitute im Fadenkreuz der italienischen Justiz: Die Staatsanwaltschaft Mailand will die Manager der Deutschen Bank und der Depfa vor Gericht bringen. Sie sollen die Stadt Mailand betrogen haben.

Mailand - Die Ermittlungen dauern bereits seit Monaten an, jetzt droht deutschen Bankern in Italien der Prozess: Die Staatsanwaltschaft in Mailand will die Manager zweier deutscher Banken wegen Betrugs vor Gericht bringen. Die Ermittlungen gegen insgesamt vier ausländische Institute seien abgeschlossen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Justizkreisen.

Deutsche Bank (in Frankfurt): Im Fadenkreuz der Justiz

Deutsche Bank (in Frankfurt): Im Fadenkreuz der Justiz

Foto: DPA

Betroffenen sind die Deutsche Bank und die ebenfalls deutsche Depfa sowie die US-Investmentbank JP Morgan und die Schweizer UBS. Die Ermittler werfen den Banken schweren Betrug bei der Neuverhandlung der Schulden der Stadt Mailand im Jahr 2005 vor. Ein Gericht muss im Oktober über die Anklage entscheiden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen zwölf Bankmitarbeiter und zwei frühere Stadtangestellte. Die Geldinstitute sollen die Stadt bei der Neuverhandlung der Schulden nicht über Risiken von Finanzprodukten informiert haben, die in diesem Zusammenhang ausgegeben wurden.

Außerdem sollen sie Mailand fälschlicherweise Einsparungen versprochen haben. Mailand schätzt die Verluste durch den mutmaßlichen Betrug bislang auf 300 Millionen Euro. Endgültig sei dies aber erst 2035 zu sagen, wenn der Vertrag ausläuft. Die Banken sollen an dem Geschäft 100 Millionen Euro verdient haben.

beb/AFP
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