Bilanz-Rettung BayernLB will Milliardenrisiken auslagern

Aus zwei Milliarden wurden vier Milliarden: Die Bayerische Landesbank ist weitaus stärker von der US-Immobilienkrise betroffen als bisher bekannt. In ihrer Verzweiflung überlegt die Bank jetzt, ihre Risiko-Papiere einfach auszulagern - und so die Bilanz zu retten.

München - Die staatseigene BayernLB erwägt, für diese Auslagerung Bürgschaften ihrer Eigentümer einzuholen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet. Die zweitgrößte deutsche Landesbank prüfe unter anderem die Gründung einer Gesellschaft, die ihr rund 20 Milliarden Euro an riskanten Wertpapieren abnehmen soll. Für die Bürgschaften zur Absicherung der neuen Gesellschaft müsse die Bank jedoch einen "marktüblichen Preis" bezahlen, heißt es weiter. Das Vorhaben gelte dennoch als europarechtlich schwierig. Entscheidungen gebe es noch nicht.

Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat heute erklärt, bei der BayernLB Belastungen durch die internationale Finanzkrise von rund vier Milliarden Euro zu befürchten. Er halte einen Wertberichtigungsbedarf in dieser Höhe, wie ihn zuvor die Rating-Agentur Moody's geschätzt hatte, für möglich, sagte Beckstein dem "Nordbayerischen Kurier". Bisher hatte die BayernLB ihre Belastungen für das vergangene Jahr auf 1,9 Milliarden Euro beziffert, aber bereits eingeräumt, dass sich für die ersten Monate dieses Jahres weiterer Korrekturbedarf ergeben habe.

Der Vorteil bei der Auslagerung der Risiken für die Bank wäre laut FAZ, dass in ihrer Bilanz keine weiteren Wertberichtigungen anfielen. Ein Sprecher der Bayern am Freitag verwies am Freitag lediglich auf die Bilanzpressekonferenz nächste Woche.

Bank droht Herabstufung

Tatsächlich droht der BayernLB eine Herabstufung ihres Finanzstärke-Ratings durch die Agentur Moody's, die wie Beckstein befürchtet, dass sich die Abschreibungen und Wertkorrekturen bei dem Institut noch verdoppeln könnten. Die Bank hält nach eigenen Angaben Papiere in einem Volumen von über vier Milliarden Euro, die im Zusammenhang mit schlecht besicherten Krediten in den USA stehen. Moody's hatte erklärt, ohne Maßnahmen zur Stärkung des Kapitals oder zur Senkung der Risiken drohe eine Herabstufung.

Bei der mit Verlusten kämpfenden WestLB waren die Eigner bereits mit Garantien in die Bresche gesprungen, um eine Herabstufung und damit eine teurere Refinanzierung für die Düsseldorfer Bank zu verhindern. Dort haftet allein das Land - und damit der Steuerzahler - für drei Milliarden Euro. Auch die NRW-Sparkassenverbände stützen das Institut. Ein Sprecher des Bayerischen Sparkassenverbands bekräftigte, dass die Institute der Landesbank die Stange hielten. "Beide Eigentümer stehen fest hinter ihrer Bank." Ein Sprecher der Landesbank sagte: "Der Vorstand steht in ständigem Kontakt mit den Eigentümern."

sam/Reuters/dpa

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