Billigjobs Diakonisches Werk korrigiert Hartz-IV-Statistik

Das Diakonische Werk hat seine Aussage zurückgenommen, wonach die Zahl der Geringverdiener, die zusätzlich Sozialleistungen erhalten, in den letzten drei Monaten um 50 Prozent auf 900.000 gestiegen sei. Diese Falschaussage sei in ein Interview "hineingerutscht".


Berlin - "Die Steigerung um 50 Prozent ist nicht richtig", sagte ein Sprecher der Diakonie heute auf Anfrage. Diese falsche Aussage, über die auch SPIEGEL ONLINE berichtet hatte, sei in ein Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit Diakonie-Präsident Jürgen Gohde "hineingerutscht". Der Sprecher räumte ein, dass sich die aktuellsten verfügbaren Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf Ende September bezögen.

In einem im März erstellten Sonderbericht hatte die BA erklärt, dass Ende September etwa 906.000 Menschen trotz eigener Erwerbstätigkeit auf ergänzende Sozialleistungen auf Grundlage der Hartz-IV-Arbeitsmarktreform angewiesen gewesen seien - dies seien rund 18 Prozent aller Arbeitslosengeld-II-Bezieher. Neuere Daten lägen derzeit nicht vor. Gut die Hälfte von ihnen hätten weniger als 400 Euro monatlich verdient, 19 Prozent zwischen 400 und 800 Euro sowie 30 Prozent mehr als 800 Euro.

kaz/Reuters



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