Binder-Baisse Krawattenindustrie in der Dauerrezession

Casual Friday und und laxe Bekleidungsregeln drohen der Krawatte den Garaus zu machen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Binderabsatz in Deutschland halbiert.


Schlips: Nur etwas für Beraterpinguine und Finanzbeamte?
DPA

Schlips: Nur etwas für Beraterpinguine und Finanzbeamte?

Köln - Die deutschen Männer kaufen immer seltener Krawatten. In den vergangenen zehn Jahren ist der jährliche Absatz von 20 auf 10 Millionen Schlipse gesunken, teilt das Institut der deutschen Wirtschaft (iw) in Köln mit. Es beruft sich dabei auf Zahlen der Fachvereinigung Krawatten- und Schalindustrie.

Der Rückgang sei nicht zuletzt eine Folge des so genannten Casual Friday, an dem Mitarbeiter in vielen Unternehmen in legerer Kleidung zur Arbeit erscheinen dürfen. Damit falle rund ein Fünftel der beruflich bedingten Krawatten-Tage weg. Aus Deutschland kommt laut iw nur noch jeder achte verkaufte Binder - 1994 sei es noch rund jeder zweite gewesen.

Auch der Karneval kann Deutschlands Krawattenherstellern nicht helfen. Einer wohl nicht ganz ernst gemeinten Schätzung des Branchenverbands zufolge werden in den Karnevalshochburgen an Weiberfastnacht etwa 200.000 Binder gestutzt. Da neun von zehn dieser Krawatten ohnehin in die Altkleidersammlung gehörten, ergebe sich ein Ersatzbedarf von rund 20.000 Stück.



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