Bio-Lebensmittel Gute Noten für Aldi und Co.

Egal, ob Kaffee, Mehl oder Naturjoghurt: Günstige Bio-Lebensmittel aus Discountern sind der Zeitschrift "Öko-Test" zufolge meistens einwandfrei. Naturkostvertreter kritisieren die Untersuchung allerdings.


Berlin - Die überwiegende Mehrheit der getesteten Ware bei Aldi, Lidl und anderen Discountern sei pestizidfrei und schmecke gut, heißt es in der heute erschienenen September-Ausgabe der Zeitschrift "Öko-Test". Der Naturkostfachhandel kritisierte dagegen, dass der Test Kriterien wie Nachhaltigkeit und Transparenz außer Acht lasse.

Bio-Lebensmittel auf dem Wochenmarkt: Rund 75 Prozent aller Bio-Möhren werden bereits im Discounter verkauft
AP

Bio-Lebensmittel auf dem Wochenmarkt: Rund 75 Prozent aller Bio-Möhren werden bereits im Discounter verkauft

Kaffee, Mehl und Brotbackmischungen bestanden den Test ausnahmslos mit der Note "sehr gut". Das trifft auch für die meisten Teesorten, Butter-Marken, Tiefkühlgemüse, Nudeln und Naturjoghurts zu. Frisches Obst, Gemüse und Fleisch ließ "Öko-Test" allerdings nicht untersuchen.

Als Sorgenkind erwies sich der Bio-Weichkäse. So schmeckte laut Bericht etwa der Bio-Käse von Netto relativ stark nach Ammoniak, während der von Lidl eine dumpfe und muffige Note zeigte. Für eine Überraschung habe auch die Untersuchung der gesunden Omega-3-Fettsäuren in Milchprodukten gesorgt: Zwei Milchsorten und fünf Weichkäsesorten hätten sehr niedrige Mengen enthalten. Demnach hatte die Milch zudem häufig einen "leicht kartonartigen" Geschmack.

"Wenn man Bio auf schadstoffarm reduziert, kann man nach dem Test beim Discounter einkaufen", sagte Geschäftsführer Harald Wurm vom Bundesverband Naturkost Naturwaren Einzelhandel. "Aber mir fehlt der ganzheitliche Ansatz." Die Zeitschrift habe nur Inhaltsstoffe untersucht, aber nicht, ob die großen Supermarkt-Ketten verlässliche Partner für die Hersteller sind oder angemessene Preise zahlen. "Außerdem finanzieren wir große Konzerne wie Nestlé Chart zeigen und Monsanto mit, wenn wir bei Lidl einkaufen." Die Herkunft der Produkte sei meist unklar. Die Discounter-Ware erfülle nur die Mindestanforderungen. "Sie nutzen alle Schlupflöcher, die die EU-Ökoverordnung zulässt."

sam/Reuters



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