Gesetzliche Versicherung Bis 2035 Rentensteigerungen von jährlich rund zwei Prozent erwartet

In den kommenden zwei Jahren werden die Renten teils kräftig steigen. Für die Zeit danach hält die Deutsche Rentenversicherung aber auch Nullrunden wieder für möglich.
Über die Rentenbescheide der kommenden zwei Jahre dürften sich viele Senioren freuen

Über die Rentenbescheide der kommenden zwei Jahre dürften sich viele Senioren freuen

Foto: Felix Kästle / dpa

Die Pläne für kräftige Steigerungen bei der Rente hat die Deutsche Rentenversicherung nun bestätigt. Dabei handle es sich jedoch nur um eine Schätzung, sagte die Vorsitzende des Bundesvorstands der Rentenversicherung, Anja Piel.

In den kommenden zwei Jahren sind für die Bezieherinnen und Bezieher jeweils rund fünf Prozent mehr vorgesehen. Danach jedoch müssen sich die 21 Millionen Rentnerinnen und Renter in Deutschland wohl wieder auf Nullrunden einstellen.

Grund dafür sind die gesetzlichen Mechanismen zur Stabilisierung des Rentenniveaus, sagte Piel. Die Rentenhöhe steige stets in »einer Wellenbewegung«, die über mehrere Jahre betrachtet werden müsse.

Plus 37 Prozent bis 2035 im Raum

Laut Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2021, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, ist nach derzeitigem Stand eine durchschnittliche Steigerungsrate von 2,3 Prozent bis 2035 voraussagt. Insgesamt gehen die Schätzer damit nach aktueller Berechnung von einem Rentenplus von 37 Prozent bis 2035 aus.

Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass die Renten im kommenden Juli in Westdeutschland um 5,2 Prozent und im Osten um 5,9 Prozent steigen könnten. 2023 könnten sich die Bezüge dann im Westen um 4,9 Prozent und im Osten um 5,7 Prozent erhöhen.

»Die angekündigte Rentenerhöhung um über zehn Prozent in den nächsten zwei Jahren ist geradezu grotesk«, sagte der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, der
»Bild«-Zeitung. Dadurch, so der Chef des Verbands, »werden die ohnehin schon drückenden Lasten für die erwerbstätigen Generationen weiter steigen«.

Piel zufolge dürfte die tatsächliche Anpassung für kommendes Jahr erst im März 2022 feststehen. Ihr Vorstandskollege Alexander Gunkel sagte, Abweichungen von einem Prozentpunkt seien im Bereich des Möglichen – »genauso wie es auch zu einer Punktlandung kommen kann«.

atb/dpa/AFP
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