Bizarrer Bauplan Investor will Chinatown in Brandenburg errichten

Der Plan klingt kühn: Im brandenburgischen Städtchen Oranienburg will ein Investor ein chinesisches Stadtviertel hochziehen - mit Wohnungen, Hotels und Geschäften im asiatischen Stil. Die Stadt hofft auf Tausende neue Jobs und viele Touristen.


Oranienburg - Alles soll möglich echt wirken: Neben Wohnhäusern und Geschäften im chinesischen Stil soll es in dem neuen Stadtviertel auch ein Heilkunst-Zentrum geben. Eine Mauer werde den Bereich, der auf dem Gelände eines ehemaligen Flughafens entstehen soll, umschließen. Der Bauausschuss hat den Rahmenplan für das Projekt bereits abgesegnet. Damit sei eine wichtige Hürde genommen, sagte ein Sprecher. Allerdings muss am 21. Mai noch die Stadtversammlung zustimmen.

Das Restaurant Himmelspagode in Hohen Neuendorf zwischen Berlin und Oranienburg: Ganz fremd sind chinesische Bauten in der Gegend nicht
DDP

Das Restaurant Himmelspagode in Hohen Neuendorf zwischen Berlin und Oranienburg: Ganz fremd sind chinesische Bauten in der Gegend nicht

Der Baubeginn ist für den Herbst 2008 geplant. Das Projekt solle nach Angaben des Investors knapp 500 Millionen Euro kosten, einen Finanzierungsplan gebe es jedoch noch nicht, sagte ein Sprecher der Stadt. Der Investor hoffe auf zahlreiche chinesische Bewohner, heißt es außerdem. Ob man die allerdings tatsächlich in das nördlich von Berlin gelegene Oranienburg ziehen kann, scheint in dem brandenburgischen Städtchen derzeit nicht die Frage.

Ein ganzes chinesisches Viertel aufzubauen könnte eine neue touristische Attraktion werden, hofft man. In Städten der USA wie New York und Los Angeles zählen die chinesischen Viertel zu den Besuchermagneten. Eine deutsche "Chinatown" gab es zuletzt im Hamburger Stadtteil St. Pauli, wo in den zwanziger Jahren bis zu 2000 Asiaten lebten. In der Nazi-Zeit wanderten jedoch zahlreiche Chinesen aus oder wurden verhaftet.

Brandenburg nun als Standort für ein neues chinesisches Viertel zu wählen, ist nicht vollkommen absurd. Zumindest sind die Brandenburger an große chinesische Bauten in der Gegend schon gewohnt: Vor einigen Jahren eröffnete ein chinesischer Investor im nahe gelegenen Hohen Neuendorf das Restaurant Himmelspagode - das nach dem Vorbild des Himmeltempels in Peking gestaltet wurde.

ase/dpa



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