Bizarres Testament Hongkonger Milliardärin vererbt alles ihrem Wahrsager

Selbst nach ihrem Tod sorgt die schrille Hongkonger Milliardärin Nina Wang noch für Aufsehen: Sie soll ihr gesamtes Vermögen ihrem 47-jährigen Wahrsager vererbt haben. Freunde und Angehörige wollen die Vollstreckung dieses letzten Willens auf keinen Fall zulassen.

Hongkong - Die Zeitungen "Apple Daily" und "Next Magazine" veröffentlichten Auszüge aus zwei verschiedenen Testamenten, die die extravagante Frau in den Jahren 2002 und 2006 aufgesetzt haben soll. Das spätere Testament begünstigt den Hellseher Chan Chun Chuen. Die 69-Jährige hinterließ ein Vermögen von umgerechnet rund 3,1 Milliarden Euro. Wang hatte keine Kinder, allerdings erheben Bekannte und entfernte Angehörige Ansprüche auf das Erbe.

Im Testament von 2002 vermachte Nina Wang ihr Vermögen einer Wohltätigkeitsorganisation, die sie selbst gegründet hatte. Vier Jahre später jedoch setzte sie den Zeitungsberichten zufolge den Wahrsager als Alleinerben ein. Gegen diese Verfügung wollen die Angehörigen und Bekannten nun Klage erheben.

Wang hatte gemeinsam mit ihrem Ehemann Teddy das milliardenschwere Firmenimperium Chinachem aufgebaut, zu dem hunderte Immobilien und 400 Unternehmen weltweit gehören. Der Ehemann war dann 1990 entführt und neun Jahre später für tot erklärt worden. Seine Frau setzte in einem langwierigen Verfahren ihre Besitzansprüche durch. Ihr 96-jähriger Schwiegervater behauptete, sie habe das Testament ihres Mannes gefälscht.

In der Hongkonger Presse war die Milliardärin vor allem für ihre Sparsamkeit berühmt. Im Club der asiatischen Reichen fiel sie durch ihre schrille Billigkleidung und oft schrägen Haarschnitte aus dem Rahmen. In einem Interview gestand die Unternehmerin einmal, sie gebe im Monat nicht mehr als 3000 Hongkong-Dollar aus - also umgerechnet 288 Euro. Für Theateraufführungen versuchten sie und ihr Mann stets reduzierte Tickets zu ergattern.

ase/AFP

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