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ANLAGESTRATEGIE Blue-Chips gefragter

aus DER SPIEGEL 52/2002

Zum Jahresende konzentrieren sich die großen institutionellen Anleger traditionell auf die großen Werte - der Dax hängte deshalb seinen kleineren Bruder, den 70 Nebenwerte umfassenden M-Dax, in den vergangenen Tagen deutlich ab. Zum einen investieren Versicherungskonzerne in die so genannten Blue-Chips. Sie fürchten, dass die Unsicherheit an der Börse anhält, und sichern sich gegen Kursverfälle bei den großen Werten mit Terminkontrakten ab - bei Nebenwerten existieren solche Instrumente sehr viel seltener. Auch die Publikumsfonds, die zum 31. Dezember ihre Bilanz erstellen, schichten im Dezember gern noch einmal in liquide und gut gelaufene Werte um. Denn welcher Vermögensverwalter will seinen Anlegern schon ein Portfolio präsentieren, in dem die schlecht verkäuflichen Luschen des Jahres auf bessere Zeiten warten? »Window-Dressing« nennen angelsächsische Investoren diese Art der Stichtagskosmetik - und stellen sich darauf ein. Die zwar riskanteren, aber im Prinzip auch chancenreicheren Nebenwerte werden nämlich nach dem Stichtag oft wieder zugekauft. Traditionell schneiden deshalb die großen Dax-Werte in den letzten Monaten des Jahres besser ab als die Nebenwerte, den Rest des Jahres holen diese dann wieder auf.

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